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Kristina Wienand | am

Öko-Landbau oder Blühstreifen – was ist besser für Insekten?

Forscher haben verglichen: Was zieht mehr Insekten und Wildbienen an? Ein Blühstreifen neben einem konventionellen Acker oder Ökolandbau? Die Ergebnisse lesen Sie hier.

Wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen für die biologische Vielfalt sind, hängt von verschiedenen Faktoren und dem jeweiligen Blickwinkel bzw. den Umständen ab. Das zeigen Agrarökologen der Universität Göttingen und des Zentrums für ökologische Forschung im ungarischen Vácrátót in einem Artikel in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology.

Agrarlandschaften ausführlich untersucht

In ihrem Beispiel beziehen sich die Autoren auf eine Untersuchung von zehn Agrarlandschaften mit jeweils drei Winterweizenfeldern in der Umgebung von Göttingen:

  • einem ökologischen Feld,
  • einem konventionellen Feld mit Blühstreifen und
  • und einem konventionellen Feld ohne Blühstreifen.

An den Feldrändern wurde zwei Jahre lang die Häufigkeit von Wildbienen erfasst. Die Ergebnisse zeigten: Blühstreifen locken viel mehr Bienen an als Öko-Felder.

„Allerdings wurde dabei nicht betrachtet, dass Blühstreifen nur etwa fünf Prozent der konventionellen Felder bedecken und insgesamt deutlich weniger Bienen aufweisen als die 95 Prozent Öko-Landbaufläche“, erläutern Prof. Dr. Teja Tscharntke, Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen, und Dr. Péter Batáry, Gruppenleiter am Zentrum für ökologische Forschung im ungarischen Vácrátót.

„Kurzum: Der Öko-Landbau, der typischerweise mehr Wildkräuter aufweist als der konventionelle Acker, ist in diesem Szenario bei der Bienenförderung erfolgreicher als der Blühstreifen.“

Blühstreifen am Feld

Es kommt auf die Umstände an

Fakt ist auch, dass Getreideflächen im Ökolandbau nur halb so viel Ertrag liefern wie konventioneller Anbau. Die Forscher sagen: Wenn man diese Tatsache berücksichtigt, schneidet der Blühstreifen im direkten Vergleich besser ab.

Das Forscherteam rechnet vor: Der 50-prozentige Weizen-Ertragsverlust auf einer zehn Hektar großen Fläche Öko-Landbau ist gleichwertig mit dem Ertrag von fünf Hektar konventionellem Anbau plus fünf Hektar Blühstreifen. Letzteres führt demnach zu 3,5-mal mehr Bienen. Das heißt, in diesem Szenario ist der Ökolandbau weniger gut für eine effektive Wildbienenförderung geeignet.

„Diese Daten und Überlegungen zeigen, dass verschiedene Maßstäbe bei der Bewertung von Agrarumweltmaßnahmen berücksichtigt werden sollten. Nur wenn der Flächenanteil der Maßnahmen sowie die Ertragssituation berücksichtigt werden, können wir ein ausgewogenes Verständnis der ökologischen und ökonomischen Wirksamkeit von Umweltmaßnahmen erreichen“, erklären die Autoren. 

Mit Material von PM Uni Göttingen

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