Rapsaussaat

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Dr. Christoph Wedde, LWK Niedersachsen, Bezirksstelle Braunschweig | am

Raps: Wie die Aussaat, so die kommende Ernte

Schwierige Jahre liegen hinter dem Raps. Um jetzt für das kommende Jahr die bestmöglichen Voraussetzungen für den Kreuzblütler zu schaffen, finden Sie im Folgenden fünf praktische Tipps zur Aussaat.

Niedrige Erträge, teilweise starker Insektendruck, schwierige Bestandesetablierung und gleichzeitig niedrige Preise ließen das Interesse am Rapsanbau sinken. Dieses Jahr passen zwar die Preise – von Höchsterträgen ist man aber leider wieder weit entfernt. Worauf Sie bei der Aussaat achten sollten, um einen soliden Grundstein für die Ernte zu legen, lesen Sie hier.

1. Vorfruchternte wichtig für die Rapsaussaat

Mit der Ernte der Vorfrucht werden schon die Voraussetzungen für eine gute Rapsaussaat gesetzt. Zunächst muss versucht werden, einen möglichst kurzen Stoppel zu mähen. Auch sollte das Stroh gleichmäßig über die gesamte Schneidwerksbreite des Mähdreschers verteilt werden und gleichzeitig eine kurze Häcksellänge gewährleistet sein. Ist die Qualität der Strohverteilung nicht ausreichend, muss für eine möglichst gute Nachverteilung gesorgt werden.

Hierzu eignen sich Strohstriegel oder auch flach arbeitende, möglichst vielbalkige Grubber mit denen dann diagonal zur Druschrichtung gearbeitet werden kann, um für eine Nachverteilung zu sorgen. Konnte die Stoppellänge nicht ausreichend kurz gewählt werden oder ist die Häcksellänge zu lang kann auch mit einem Mulcher nachgearbeitet werden, um eine entsprechende Zerkleinerung zu erzielen. Für das Strohmanagement zur Rapsaussaat eignet sich die Strohabfuhr. Der Stickstoffbedarf durch die Strohrotte verringert sich, sodass mehr Stickstoff für die Jugendentwicklung des Rapses zur Verfügung steht. Aber: Unter dem Schwad liegt öfter ein höherer Druck an Ausfallgetreide vor. Dieses gilt es rechtzeitig zu bekämpfen. 

2. Rapsdüngung im Herbst

Laut Düngeverordnung ist eine Herbstdüngung von Raps in "Grünen Gebieten" mit 60 kg Gesamt N/ha oder 30 kg NH4-N/ha möglich, wobei die zuerst errecihte Grenze limitierend ist. Außerdem muss beachtet werden, dass der im Herbst gedüngte Stickstoff bei der Düngebedarfsermittlung im Frühjahr in Höhe der N-Ausnutzung in Abzug zu bringen ist. In "Roten Gebieten" ist eine Düngung nur erlaubt, wenn der Nmin-Wert in eine Tiefe von 0 - 60 cm ≤ 45 kg N/ha ist. 

Vorteilhaft zeigen sich hier z.B. Hühnertrockenkot oder flüssige organische Nährstoffträger mit hohem Ammoniumanteil. Auch die verschiedenen Mineraldünger eignen sich zu einer Andüngung vom Raps. Bewährt hat sich hier DAP. KAS, Harnstoff und AHL sind aber ebenfalls möglich. Achten Sie bitte unbedingt auf die nach DüV maximal möglichen N-Mengen!

3. Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie ein gut abgesetztes Saatbett mit ausreichend Feinerde-Anteil erzeugen, in dem das Rapskorn einen guten Bodenschluss erzielen kann. 

  • Pflug: Beim Pflügen hat der Raps zunächst einmal wenig Konkurrenz. Wenn Sie bei trockenen Bedingungen feuchten Boden hochpflügen und direkt drillen, haben Sie außerdem ausreichend Keimwasser zur Verfügung.
  • Auch das Binden von Wasser durch Mulchreste entfällt und kleinere Niederschlagsmengen stehen dem Raps zur Verfügung. Größte Nachteile sind der Arbeitsaufwand und die höhere Erosionsgefahr. Außerdem besteht die Gefahr, dass Strohmatten produziert werden, bei deren durchwachsen sich der Raps dann schwertut.
  • Mulchsaat: Funktioniert erwiesenermaßen vielfach sehr gut. Es muss aber eine ausreichende Durchmischung stattfinden bzw. zumindest ausreichend Feinerde nach der Bearbeitung vorliegen. Hierdurch wird auch die Häufigkeit der Bearbeitung festgelegt. Im Gegensatz zum Pflug wird in Summe Wasser gespart, es wird aber nicht so viel feuchter Boden an die Oberfläche befördert.

4. Aussaattechnik - Einzelkorn oder Drillsaat?

Die Einzelkornsaat sorgt für gleichmäßigere und sicherer Feldaufgänge. Zu nennen sind hier hohe Strohanteile im Saatbett bei Mulchsaat, ein eher grobklutiges Saatbett oder Trockenheit. Durch die präzisere Ablage im Vergleich zur Drillsaat wird oft ein besserer Bodenschluss und damit ein gleichmäßigerer Feldaufgang erreicht. Die geringere Bestandesdichte kann aber auch Nachteile haben: So wiegen Pflanzenverluste z.B. durch Schnecken- oder Mäusefraß stärker. Außerdem ergeben sich bei geringeren Pflanzenzahlen pro m² höhere Dichten von Rapserdflohlarven pro Pflanze.

Die Drillsaat zielt darauf, auf der Fläche eine gleichmäßigere Verteilung aufgrund geringerer Reihenabstände im Vergleich zu Einzelkornsaat zu haben. Allerdings leidet die Ablagegenauigkeit innerhalb der Reihe bei den niedrigen Aussaatstärken oft. Durch Doppelscheibenschare mit Andruckrolle wird mittlerweile zwar auch häufig schon ein guter Bodenschluss erreicht, an die Qualität der Einzelkornsysteme reicht es bei den üblichen Drillmaschinen aber immer noch nicht heran. Vorteilhaft ist, dass die Drillmaschinen, sei es durch Kreiselegge oder Kreiselgrubber oder vorgeschaltete Scheibeneinheiten, schon die Saatbettbereitung mitzuerledigen. 

Nach der Saat kann es noch sinnvoll sein den Boden zu walzen, um so Bodenschluss und Kapillarität zu verbessern. Gleichzeitig sollte hierdurch der Boden aber nicht zu fein werden und es muss darauf geachtet werden, dass das Saatgut nicht vergraben wird. Dieses Problem tritt besonders bei Sämaschinen mit Andruckrolle auf. Daher gilt, bei trockenen Bedingungen eher tiefer drillen, bei feuchten eher flacher. Bewährt haben sich 1,5 bis 2 cm.

5. Saatzeitpunkt und Aussaatstärke

Da die heute relevanten Rapssorten meist eine sehr gute Wüchsigkeit aufweisen, empfiehlt sich in den meisten Fällen ein Saatfenster vom 20. August bis zum 10. September, wobei der ideale Zeitpunkt in der letzten Augustwoche zu sehen ist. Die Aussaatstärke sollte bei Hybriden zwischen 40 und 55 Körnern/m² liegen, wobei höhere Saatstärken größere Pflanzenverluste tolerieren und daher insbesondere bei schwierigen Bedingungen zu bevorzugen sind. Bei Einzelkornsaat (angestrebte Bestandesdichte 20 bis 30 Pflanzen/m²) oder sehr präziser Drilltechnik mit hohen Feldaufgängen oder auch bei sehr früher Saat kann eine weitere Reduktion der Aussaatstärke erfolgen. 

Einen ausführlichen Beitrag zur Rapsaussaat lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 31/21. 

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