Winterraps
Anne Voß | am

Raps-Ernte 2020: Anbauflächen in Niedersachsen leicht gestiegen

Der Winterrapsanbau bleibt auf dem geringen Niveau des Jahres 2019. In Niedersachsen erwarten die Experten der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) einen Anstieg um nur 4,2 Prozent.

Mit 880.500 Hektar liegt die Aussaatfläche nur 3 Prozent über der aktuellen Erntefläche. Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Umbrüche ergibt sich eine Anbauausweitung von rund 2 Prozent. Diese Prognose stellten die UFOP-Experten am Dienstag auf ihrer traditionellen Pressekonferenz im Rahmen der Agritechnica vor. Während viele Landwirte im Dürrejahr 2018 ins Risiko gegangen sind und in den trockenen Boden gesät haben, war diese Risikobereitschaft nach einem in weiten Regionen Deutschlands ähnlich trockenen Sommer 2019 nicht vorhanden.

In der Vorsaison führte der schlechte Feldaufgang zu erheblichen Umbrüchen in einer Größenordnung von rund 120.000 Hektar. Darüber hinaus haben die Erträge 2019 ein weiteres Mal enttäuscht und waren gemeinsam mit niedrigen Erzeugerpreisen keine Motivation für eine Ausweitung des Rapsanbaus. Im Gegensatz zum Vorjahr sind Umbrüche in der laufenden Saison nach den vorliegenden Daten nur in geringem Umfang vorgenommen worden. Die im Feld stehenden Rapsbestände befinden sich vor dem Winter in einem überwiegend guten Zustand.

 

Anstieg des Rapsanbaus um 16.200 Hektar

Das von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) beauftragte Marktforschungsinstitut Kleffmann Group schätzt die Aussaatfläche von Winterraps zur Ernte 2020 auf 880.500 Hektar. Basis dieser Schätzung ist eine Befragung von rund 2.260 Raps-Landwirten, die im September und Oktober deutschlandweit durchgeführt wurde. Abzüglich bereits erfolgter Umbrüche von 6.800 Hektar liegt die aktuelle Rapsfläche bei 873.700 Hektar. Im Vergleich zur Erntefläche 2019 von 857.500 Hektar bedeutet dies einen Anstieg des Anbaus um 16.200 Hektar (+1,9 Prozent).

Rapsanbau: Anstieg der Erntefläche für Niedersachsen prognostiziert

Wegen der schlechten Erfahrungen im Dürrejahr 2018 haben Landwirte in den erneut von einem deutlichen Regenmangel betroffenen weiten Regionen Deutschlands den Winterraps nur dort ausgesät, wo die Bedingungen günstig waren. Beim Vergleich der Aussaatfläche 2019 (inklusive bereits erfolgter Umbrüche) mit der Erntefläche 2019 wird in Hessen der größte Flächenzuwachs erwartet (+30,3 Prozent/+8.300 Hektar). Es folgt Thüringen mit +9,7 Prozent (+7.900 Hektar). Damit konnten die massiven Rückgänge der Vorjahresaussaat in diesen beiden Bundesländern teilweise wieder aufgeholt werden. Für Rheinland-Pfalz (+4,3 Prozent/+1.700 Hektar) sowie Niedersachsen (+4,2 Prozent/+3.200 Hektar) wird ebenfalls ein Anstieg der Erntefläche prognostiziert. Das bedeutet einen Anstieg von 75.600 auf 79.124 Hektar Aussaatfläche von 2019 auf 2020. Leichte Rückgänge des Winterrapsanbaus werden dagegen in Nordrhein-Westfalen (-4,8 Prozent/-1.900 ha), Bayern (-3,7 Prozent/-3.200 ha) und Schleswig-Holstein (-2,5 Prozent/-1.600 ha) verzeichnet. In den übrigen Bundesländern bleibt die Rapsfläche stabil.

Mit Material von UFOP

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