Blühender Raps

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Werner Raupert | am

Im Rapsanbau völlig neu denken

Wie sieht die Zukunft des Rapsanbaus aus? Beim Internationalen Rapskongress in Berlin gab es hochspannende Ideen dazu.

Auch für Niedersachsens Rapsanbauer gab es beim Internationalen Rapskongress IRC in Berlin hochspannende Erkenntnisse. Der Kongress fand mit 850 Teilnehmern aus 43 Ländern seit 45 Jahren erstmals wieder in Deutschland statt.

Über neue Kontrollmöglichkeiten von Krankheiten und Schaderregern sprach Prof. Andreas von Tiedemann, Georg-August-Universität, Göttingen. 

Seit 30 Jahren würden die von Züchtern erzeugten Ertragszuwächse nicht in der Praxis sichtbar, denn: Krankheiten und Schädlinge sorgten weltweit für Depressionen.

Behandlungsindex stieg fast überall an

Experten aus elf Ländern haben die weltweit wichtigen Ursachen für Depressionen zusammengetragen. 16 Krankheiten und 31 Schaderregerseien verantwortlich. Europa führt diese traurige Liste mit zwölf Krankheiten und 16 Schaderregern an.

Die meisten davon kämen in allen Anbaugebieten vor und haben in den vergangenen Jahren mehr oder weniger stark zugenommen. In der Folge stieg auch der Behandlungsindex fast überall an, in Europa von 2,5 auf 3,5 Überfahrten.

Resistente Schaderreger, Restriktionen und wenig Forschungserfolge

Bei Insekten spitzt sich die Lage zu, weil die Angebotspalette an Insektiziden nicht so komfortabel wie ist bei den Fungiziden. Resistente Schaderreger, politische Restriktionen und wenig Forschungserfolge in der Pflanzenschutzindustrie zwingen zum Handeln. Weitere Anbauabstände seien ein Weg, der vielfach gefordert wird. Allerdings, erinnerte von Tiedemann, seien die Insekten ja durchaus sehr mobil.

Weitere Fruchtfolgen in einzelnen Betrieben sind also nur begrenzt sinnvoll, da der Erreger ja ohne weiteres auf andere Schläge ausweichen könnte.

Rapsanbau abstimmen

Deswegen machte er einen Vorschlag, der unter den Kongressteilnehmern wie auch den anwesenden Ausstellern, Züchtern, Verbänden und Pflanzenschutzunternehmen für viel Gesprächsstoff sorgte: „Wir müssen regional denken“! Wie wäre es, wenn ganze zusammenhängende Regionen ihren Rapsanbau aufeinander abstimmen? So hätte nicht jeder Betrieb 25 % Rapsanbau in seiner Fruchtfolge, sondern Regionen von beispielsweise 10 km Umkreis. 

„Wir brauchen einen neuen Zugang zur Schädlingskontrolle. Die Landwirte müssen nichts anders machen. Es braucht nur gemeinsamer Absprachen. Dann könne der gesamte Rapsanbau stabil bleiben.“

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