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Christel Grommel | am

Ratgeber: Für gesunde Grasnarben sorgen

Viele Grünlandflächen sind stark geschädigt und müssen erneuert werden. Neuansaaten, Nachsaaten, Pflege und Pflanzenschutz sind nun notwendig.

Die Grünlandregionen in Niedersachsen haben unter der Trockenheit gelitten, was sich auch durch eine starke Verunkrautung bemerkbar machte. Vor allem Unkräuter mit tiefreichender Pfahlwurzel breiteten sich aus. Jetzt sind verschiedene Maßnahmen zur Erhaltung einer gesunden Grasnarbe notwendig.

  • Regelmäßige Bestandskontrollen: Diese helfen, die Verschlechterung der Grasnarbe frühzeitig festzustellen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
  • Narbenlücken durch Nachsaat schnell schließen. Der Grünlandbestand sollte zu mindestens 80 bis 90 Prozent aus wertvollen Gräsern (60 Prozent Deutsches Weidelgras, etwa 20 Prozent Wiesenlieschgras, Wiesenrispe bzw. Wiesenschwingel), zu zehn bis 15 Prozent aus Kräutern und zu fünf bis zehn Prozent aus Weißklee bestehen.
  • Zeitpunkt für die Nachsaat richtig wählen, in Abhängigkeit von Altnarbenkonkurrenz und Wasserverfügbarkeit. Im Frühjahr ist die Auflaufrate bei genug Bodenfeuchte gut, allerdings die Konkurrenz der Altnarbe stark. Zur Monatswende Juli/August kann alternativ ausgesät werden, da oft ein Niederschlagsmaximum auftritt und die Altnarbenkonkurrenz schwächer ist. Dies muss nach Standort und Erfahrung eingeschätzt werden.
  • Bei starker Verunkrautung kann die Nachsaat vor dem Herbizideinsatz im zeitigen Frühjahr durchgeführt werden. Aus Verträglichkeitsgründen sollte das Herbizid nicht vor dem Vier-Blattstadium der jungen Gräser eingesetzt werden. Kleenachsaaten sollten ausschließlich nach dem Herbizideinsatz erfolgen.

Pflegemaßnahmen für dichte Grasnarbe

Für eine dichte Grasnarbe sind gezielte Grünlandpflegemaßnahmen notwendig. Zu den wichtigen Pflegemaßnahmen gehören Schleppen, Walzen und sowie Über- und Nachsaaten.

  • Zum Einebnen von Maulwurfshügeln ist das Schleppen am besten geeignet.
  • Glattwalzen mit großem Durchmesser und Gewicht sind für die Rückverfestigung von aufgefrorenen Böden ideal. Dabei muss der richtige Zeitpunkt bedacht werden, der Boden sollte nicht zu nass und nicht zu trocken sein. Mineralische Böden erfordern meist kein Walzen.
  • Striegel mit vielen Federzinken sorgen für eine sehr gute Belüftung der Narbe. Je mehr Zinken verwendet werden und je besser sich diese dem Boden anpassen können, desto besser die Arbeitsqualität.
  • Arbeitsgeschwindigkeit beachten: Schleppen mit Geschwindigkeiten von sechs bis zehn km/h, Striegel mit zehn bis zwölf km/h einsetzen. Langsames Fahren ist für einen guten Walzeffekt erforderlich.

Über- und Nachsaaten

Nachsaat auf Grünland

Für eine dichte Grünlandnarbe sollten gewünschte Futterpflanzen in Lücken etabliert werden. Übersaaten helfen bei geringen Narbenlücken, Nachsaaten bei größeren Lücken.

  • Für die Übersaat können Elektroschleuderstreuer genutzt werden, die jedoch in der Effizienz stark von den Windverhältnissen abhängig sind. Pneumatische Säeinrichtungen, die auf Schleppen oder Striegel aufgebaut werden, sind windunabhängiger. Bei der Übersaat werden in der Regel Saatgutmengen von etwa fünf Kilogramm pro Hektar mehrmals im Jahr ausgebracht.
  • Bei großen Lücken ist eine Nachsaat mit Maschinen sinnvoll, die den Grassamen direkt in den Boden ablegen. Für einen besseren Bodenschluss arbeiten einige Geräte mit einer nachlaufenden Andrückwalze.
  • Entscheidend für den Erfolg sind, wie oben beschrieben, der richtige Zeitpunkt der Nachsaat und die Abstimmung des Saatguts auf Bodenart, Klimabedingungen und Nutzungsrichtung.

Richtige Nutzung des Grünlands

Der Konkurrenzdruck lässt sich durch Nutzung regulieren.

  • Beweidung hält die Grasnarbe kurz, neue Gräser können sich so besser entwickeln.
  • Nachmahd beseitigt überständiges Gras und verhindert Samenbildung bei Unkräutern.
  • Der Reinigungsschnitt kurz vor dem Winter sorgt für eine gleichmäßige Wuchshöhe von etwa 10 cm im Winter.
Mit Material von LWK Niedersachsen

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