Durchwuchskartoffeln im Mais
Charlotte Meyer | am

Ratgeber: Möglichkeiten zur Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln

In Regionen mit intensivem Kartoffelanbau bereiten die Ausfallkartoffeln Probleme. Die Chancen zur Bekämpfung sind vielseitig.

Langjährige Kartoffelanbauer kennen das: Gerade nach milden Wintern ohne ausreichend bodenwirksamen Frost bereiten ihnen Durchwuchskartoffeln viel Ärger. Worauf zu achten ist und wie Sie diese bekämpfen können, lesen Sie hier:

Wie kommt es zu den Durchwuchskartoffeln?

  • Beim Roden bleiben immer auch Kartoffeln im Boden. Dabei fallen angeschnittene oder kleine Knollen durch die Siebe und verbleiben auf dem Acker.  
  • Diese können über Jahre hinweg keimfähig bleiben und in den Folgejahren Schwierigkeiten mit sich bringen.
  • Vor allem in milden Wintern frieren die Knollen auf dem Acker nicht kaputt.

Welche Folgen können sie haben?

  • Durchwuchskartoffeln sind eine unkontrollierbare Quelle für Kartoffelkrankheiten und -schädlinge.
  • Krankheiten wie Silberschorf, Rhizoctonia oder Nassfäule treten häufiger auf.
  • Auch Schädlinge wie Nematoden oder Drahtwurm finden dadurch genug Futter, um bis zur nächsten Kartoffel als Hauptfrucht zu überleben. Positive Effekte auf die Fruchtfolge sind somit völlig ausgehebelt.
  • Außerdem bedeutet der Durchwuchs für die Folgefrucht eine erhebliche Licht-, Wasser und Nährstoffkonkurrenz.
  • Produzieren Sie Kartoffeln für den Verarbeitungsbereich könnte es sein, dass Sie durch Sortenvermischungen erhebliche Abstriche bei der Qualität machen müssen.   

Was kann man gegen Durchwuchskartoffeln tun?

  • Zunächst sollten Sie auf eine wendende Bodenbearbeitung nach der Ernte verzichten, damit die Knollen im Winter dem Frost ausgesetzt bleiben.
  • Anschließend können Sie die Bekämpfung nur nach den Ansprüchen der Folgefrucht ausrichten.

Wie bekämpft man den Durchwuchs im Getreide?

  • Die Bekämpfungserfolge im Getreide sind grundsätzlich schlecht.
  • Durch die späte Anwendung, erst nach dem Knollenansatz, lässt sich kaum noch etwas unternehmen.
  • Mit Fluroxypyr (zum Beispiel in Tomigan oder Starane XL) können Sie zwar das Kartoffellaub wirkungsvoll bekämpfen, die angesetzten Knollen bleiben davon aber meistens unberührt.
  • Bewährt hat es sich, Glyphosat gegen ein Wiederauflaufen der Kartoffeln im Herbst einzusetzen.
  • Auch der Einsatz von Glyphosat vor der Ernte in den reifen Getreidebestand wurde zur Ernteerleichterung getestet. Durch die aktuellen Auflagen ist das aber keine Lösung mehr.

Welche Folgefrucht und Wirkstoffe sollte man nach Kartoffeln anbauen?

Wirkung Effigo Kartoffeln
  • Versuche haben gezeigt, dass Maisanbau nach Kartoffeln die beste Strategie ist.
  • Dort können Sie das Herbizid Effigo anwenden. Es hat eine sehr gute systemische Wirkung auf die Tochterknollen, aber nur eine geringe Wirkung auf das Kartoffellaub.
  • Bei der Anwendung ist Vorsicht geboten: Wegen der extrem hohen Wirksamkeit von Effigo auf die Keimfähigkeit der Kartoffeln, sollten Sie es keinesfalls im Jahr vor Kartoffeln anwenden.
  • Zur Bekämpfung des Kartoffellaubes bietet sich der Wirkstoff Mesotrione (zum Beispiel in Callisto, Temsa, Simba oder Kideka) an. Durch die schnelle Wirkung können Sie damit einen Großteil der Tochterknollen verhindern. 

Wann sollten Sie mit der Bekämpfung beginnen?

  • Der erste Herbizideinsatz sollte bei zehn bis 15 cm Wuchshöhe erfolgen.
  • In diesem Zeitraum können Sie bereits wirkungsvoll den Knollenansatz verhindern.
  • Im schlimmsten Fall sind daraufhin noch zwei weitere Anwendungen nötig, um den Wiederauflauf zu behandeln.
  • Mit dem Einsatz einer Hacke können Sie abschließend noch verbliebene Durchwuchskartoffeln sehr gut bekämpfen.
Mit Material von Dr. Josef Kuhlmann

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