Ölrettichbestand in der Blüte
Charlotte Meyer | am

Ratgeber: Richtige Sortenwahl im Anbau von Zwischenfrüchten

Um den Zwischenfruchtanbau kommt man nicht mehr umher. Doch besonders bei Leguminosen sollten Sie die Sorten mit Bedacht wählen.

Zur Förderung der Biodiversität ist Zwischenfruchtanbau eine wichtig und unterliegt vermehrt politischen Vorgaben. Die Auswahl der richtigen Arten und Mischungen erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn es gilt sowohl klimatische Bedingungen als auch politische Anforderungen zu vereinen.

Besonders wichtig ist aber, dass Sie die Leguminosen und -mischungen passend zu Ihren Hauptkulturen wählen. Hier sind die wichtigsten Fragen und ihre Antworten

Was gilt es bei Zuckerrübenfruchtfolgen zu beachten?

  • Steht die Reduzierung von Nematoden im Vordergrund, achten Sie auf nematodenreduzierende Arten. Das können Kombinationen aus resistentem Ölrettich und Senf eventuell mit Phacelia/Alexandrinerklee sein. Nutzen Sie Lein als Mischpartner zum Ölrettich, dann achten Sie auf eine ausreichende Bestandesdichte der Hauptart von mindestens 160 Pflanzen/ m3.
  • Besonderen Erfolg bei der Nematodenbekämpfung versprechen frühzeitige Aussaattermine bis August.
  • Bedenken Sie außerdem: Enthalten die Mischungen Phacelia, dann besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Rhizoctonia solani. Auch Buchweizen sollte in Rübenfruchtfolgen vermieden werden: er samt schnell aus und die Bekämpfung in Zuckerrüben ist schwer.

Welche Mischungen bieten sich in Rapsfruchtfolgen an?

  • Achten Sie bei Rapsfruchtfolgen darauf, dass keine Kreuzblütler − vor allem kein Senf − enthalten sind. Diese fördern Krankheiten wie Kohlhernie, Verticillium und Sklerotinia.
  • Haben Sie Raps neu in Ihre Rübenfruchtfolge mit Nematodenbelastung aufgenommen, können Sie Ölrettich gemischt mit Rauhafer oder Phacelia anbauen.
  • Problematisch dabei ist aber, dass einige Ölrettichsorten anfälliger für Kohlhernie sind. Aus diesem Grund sollten Sie mit zunehmender Rapsanbaudauer auch der Ölrettich unter Umständen nicht mehr anbauen.

Was gilt es bei der Leguminosenwahl in Maisfruchtfolgen zu berücksichtigen?

  • Aus phytosanitären Gründen bietet Ihnen der Mais den größten Spielraum bei der Mischungswahl.
  • Rotiert der Mais in Ihrer Fruchtfolge beispielsweise mit Raps oder Kartoffeln wählen, Sie die Leguminosen anhand der jeweiligen (oben genannten) Ansprüche.
  • In kombinierten Mais-/Rübenfruchtfolgen mit geringer Nematodenbelastung können Sie aus Kostengründen und aufgrund des schlechteren Abfrierens auf Ölrettich verzichten. In diesem Fall empfehlen sich Mischungen aus Senf und Phacelia.
  • Haben Ihre Fruchtfolgen einen Maisanteil von über 50 % oder in Maisselbstfolgen, dann ziehen Sie den Anbau von Untersaaten in Betracht.

Welche Nachteile können Leguminosen(mischungen) als Zwischenfrucht mit sich bringen?

  • Problematisch bei Mischungen sind beispielsweise die unterschiedlichen Ansprüche an Saattiefen und daraus resultierend ungleichmäßig auflaufende Feldbestände. 
  • Auch die Verfügbarkeit von Leguminosensaatgut ist oft eingeschränkt – kümmern Sie sich also rechtzeitig um die Bestellung.
  • Ebenso sind die Kosten für leguminosenhaltige Mischungen um einiges höher als für herkömmliche Mischungen.
Mit Material von Annette Hoffmann, Jörg Schaper, LWK Niedersachsen

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