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Dr. Christine Kalzendorf, LWK Niedersachsen | am

Ratgeber: Rundballen auf Qualität trimmen

Die Bereitung von Rundballensilage erzeugt zwar höhere Kosten, doch hat dieses Verfahren in manchen Situationen Vorteile. Diese gilt es, qualitätsbewußt zu nutzen. Wie Ihre Wickelballensilagen gut gelingen.

Allgemein gelten bei der Rundballenbereitung die gleichen pflanzenbaulichen und siliertechnischen Anforderungen wie beim Fahrsilo:

  • Ein gut gepflegter und schmutzarm geernteter Pflanzenbestand ist neben dem richtigen Schnittzeitpunkt maßgebend für den Nährstoff- und Energiegehalt sowie die Gärqualität des Futters.
  • Das rasche Anwelken, zügige Bergen und die sorgfältige, luftdichte Siloabdeckung gehören zu weiteren wesentlichen Maßnahmen, die den Siliererfolg bestimmen.

1. Anwelkbereich des Futters ist entscheidend

Die Herstellung von kompakten und formstabilen Ballen gelingt bei Trockenmassegehalten von 40 bis 50 % am besten. In diesem Anwelkbereich siliert das Futter jedoch nur noch schwach. Die geringe Säurebildung trägt deshalb nur in geringem Maße zur Konservierung bei.

Um mikrobielle Aktivitäten ausreichend zu unterbinden, ist der relativ hohe Anwelkgrad notwendig. Das gleichmäßige Anwelken des Futters ist deshalb wichtig. Häufig sind für den Verderb von Rundballen Verschimmelungsprozesse verantwortlich. Um den Stoffwechsel von Schimmelpilzen  ausreichend zu unterbinden, hat auch die Kohlendioxidbildung im Ballen eine große Bedeutung. Nach dem Einwickeln der Rundballen in Folie wird das Kohlendioxid vorrangig durch Atmungsprozesse gebildet. Je länger das Gas im Ballen verbleibt und kein Sauerstoff durch Beschädigungen eindringen kann, desto wirksamer lassen sich auch die besonders hartnäckigen Schimmelpilzarten unterdrücken.

2. Hohe Lagerungsdichte der Rundballen

Sind Rundballen kompakt und formstabil, ist das ein erster Hinweis auf eine hohe Lagerungsdichte. Mit hohen Lagerungsdichten lassen sich der Folienverbrauch, die Anzahl der Ballen und letztendlich auch die Kosten senken. Es lohnt sich, wenn Sie auf diese Stellschraube bewusst Einfluss nehmen, zumal es sich auch förderlich auf die Qualität auswirkt.

Eine Lagerungsdichte zwischen 150 und 170 kg TM/m³ wird zum einen durch das entsprechende Anwelken erreicht. Zum anderen erhöht die Zerkleinerung des Futters den Verdichtungsgrad nachweislich um 6 bis 12 %. 

3. Pressentyp beeinflusst Lagerungsdichte der Rundballen

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  • Mit Vario-Pressen (Pressen mit veränderlicher Wickelraumgröße) wird das Futter durch umlaufende Bänder oder Stabketten kontinuierlich gepresst. Diese Pressmethode zeichnet sich durch eine bessere Verdichtung im Ballenkern sowie durch eine gleichmäßigere Dichtlagerung des gesamten Ballens aus.
  • Bei  Konstantkammerpressen (Pressen mit konstanter Wickelraumgröße) erfolgt die eigentliche Pressarbeit erst zum Schluss. Damit sind die Außenflächen kompakter, der Kern dagegen lockerer.

4. Hochwertige Stretchfolie verwenden

Qualitativ hochwertige Stretchfolien zeichnen sich durch eine hohe UV-Stabilität, eine geringe Gasdurchlässigkeit sowie durch einen hohen Klebeeffekt aus. Achten Sie vor dem Kauf auf wesentliche Eigenschaften oder nutzen Sie gezielt DLG-geprüfte Ware. Einige Hersteller bieten zudem von vornherein Stretchfolien mit einer mindestens einjährigen UV-Stabilität an. Vorsicht ist vor dem Gebrauch von überlagerten Folien geboten (verminderte UV-Stabilität, reduzierte Klebeeigenschaften).

5. Besonderheiten für die Bereitung von Heulage für Pferde

1. Das Erntegut ist in aller Regel überständig und lässt sich daher schwerer verdichten. Zudem ist der Keimbesatz von älterem Futter oftmals ungünstig. Gegenmaßnahmen: 

  • Extrem späten Schnitt (nach der Blüte) und Rohfasergehalte über 30 Prozent vermeiden.
  • Auf Schnitthöhen von mindestens sieben Zentimeter achten.
  • Siliergut zumindest so zerkleinern, dass Schnittlängen von unter 20 cm gesichert sind.
  • Rundballen mit mindestens acht Folienlagen versehen.
  • Gegebenenfalls entsprechende Siliermittel der Wirkungsrichtung zwei zusetzen.

2. Der Pflanzenbestand von Pferdewiesen und -weiden wird im Allgemeinen von wenig hochwertigen Gräsern gebildet, was die Silierbarkeit des Futters beeinträchtigt. Gegenmaßnahme:

  • Durch jährliche Nachsaaten und regelmäßige Grünlandpflege Einfluss auf die Grünlandnarbe und ihre Grasartenzusammensetzung nehmen.

3. Durch den Tritt und Bewegungsdrang der Tiere ist die Grünlandnarbe häufig lückig. Das kann den Schmutzeintrag während der Ernte fördern. Gegenmaßnahmen:

  • Auf Schnitthöhen von mindestens sieben Zentimeter achten.
  • Für schonende Schwadbearbeitung sorgen und Zinkengeräte so einstellen, dass sie wenig Bodenberührung haben.

 

Den ausführlichen Fachartikel mit Tipps zur Rundballenbereitung lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 22/21. 

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