Start-Zuckerruebenkampagne
Dirk Wollenweber, Zuckerrübenanbauerverband Südniedersachsen e.V. | am

Ratgeber: So gelingt der Start in die Rübenernte

Die diesjährige Rübenernte ist gestartet und die ersten Lieferungen sind in den Zuckerfabriken angekommen. Nach dem zögerlichen Rübenwachstum im Frühjahr haben sich die meisten Bestände gut entwickelt.

Die Zuckergehalte waren zu Kampagnebeginn mit rund 16 Prozent noch recht niedrig. Was aber den Rübenertrag angeht, wächst auf vielen Betrieben eine gute Rübenernte heran. Dennoch zeigt jeder Standort seine Besonderheiten: Blattkrankheiten, faule Rüben, Gürtelschorf und auch einzelne Nester mit viröser Vergilbung sind zu finden. Auf einigen Flächen waren bereits über den Sommer gelb verfärbte Rübenblätter zu finden, oftmals auch ganze Bestände. Verursacht wurde das Symptom durch Weich- oder Blindwanzen, die an den Blattadern des Rübenblattes eingestochen haben. Da sich der Schaden über die fortlaufende Blattneubildung der Rüben schnell auswächst, war eine Bekämpfung nicht erforderlich.

Schäden direkt melden

Flächen, die beispielsweise durch Schädlinge, Pflanzenausfälle oder Trockenheit geschädigt wurden, sollten dokumentiert werden und die mögliche Ertragsminderung zeitnah dem zuständigen Agricenter gemeldet werden. Gemäß Zuckerrübenlieferungsvertrag entfällt bei Eintreten höherer Gewalt (zum Beispiel: Dürre, Hagel…) der Nichterfüllungsbeitrag. Bei mehreren Lieferterminen sollten die schwächeren Standorte zuerst gerodet werden und die Flächen mit hohem Zuwachspotenzial für die spätere Ernte vorgesehen werden. Schläge mit guter Wasserversorgung, hoher Bestandesdichte, gleichmäßigem Wuchs und blattgesunden Beständen lassen deutlich mehr Zuwachs erwarten als zum Beispiel blattkranke Schläge.

Wichtig bei der Ernte: Kommunikation zwischen Anbauer und Roderfahrer

Bei der Ernte ist eine gute Kommunikation zwischen Anbauer und Roderfahrer die Basis für eine verlustarme Ernte. Denn nur wenn der Roderfahrer die Besonderheiten des Schlages kennt, kann er darauf reagieren. Auch Drillfehler sollten offen kommuniziert werden. Denn nur 5 Prozent Rodeverlust entsprechen schon einem Rübengeldverlust von rund 100 Euro je Hektar. Ziel ist unverändert die Ernte ganzer Rüben mit Kopf, aber ohne Blattstiele. Zu dieser Kampagne ist übrigens der pauschale Kopfabzug von 3,3 Prozent (bei der Nordzucker AG) entfallen, so dass nun die "ganze Rübe" bewertet und bezahlt wird. Aber Blatt an den Rüben ist tabu, denn das verschlechtert die Rübenqualität und stört den Verarbeitungsprozess in der Zuckerfabrik. Auch bei der Verladung gilt es, Verluste zu vermeiden und die Rüben schonend zu behandeln.

Was tun mit Überrüben?

Fallen Überrüben an, so ist die Vermarktung dieser Rüben abzuwägen. Klarheit besteht bereits bei den Überrübenpreisen: Die Nordzucker AG zahlt einen Mindestpreis für Überrüben von 17,50 Euro je Tonne bei 16 Prozent Zuckergehalt zuzüglich Polarisationszuschlag, Rübenmarktvergütung und Früh- beziehungsweise Spätlieferausgleich abzüglich Transportkosten bis zum Bezugspunkt. 

Strategie mit dem Zuckerrübenanbauerverband absprechen

Der Anbauer kann an Nordzucker oder andere Abnehmer verkaufen. Ansonsten können mit den Überrüben nicht belieferte Vertragsmengen von anderen Rübenanbauern mit gleicher oder größerer Frachtentfernung zum Verarbeitungswerk erfüllt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Überrüben bis zu 10 Prozent der Vertragsmenge auf das nächste Jahr vorzutragen. In diesem Falle werden die Überrüben zum durchschnittlichen Vertragsrübenpreis der Kampagne 2021 abzüglich einer Vortragsgebühr von 5,50 Euro je Tonne (16,0 Prozent Pol.) vergütet. Die bereits geplante Anbaufläche für 2022 sollte in diesem Falle entsprechend angepasst werden. Die richtige Strategie sollte mit dem zuständigen Zuckerrübenanbauerverband besprochen werden.

Den ausführlichen Beitrag zur Zuckerrübenernte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 37/21.

Inhalte der Ausgabe

  • In fünf Schritten zum Ökolandbau - eine Praxisanleitung
  • Sonnenblumenanbau: Tierfutter, Insektenrettung und ein schöner Anblick
  • Wie war es auf der Maschinenvorführung in Hausstette?
  • Lampen aus Kürbissen - Ein Besuch in der Kalebassenmanufaktur

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