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Gerald Burgdorf, LWK Niedersachsen | am

Ratgeber: So versorgen Sie Ihre Pflanzen bei Hitze

Die ersten heißen Temperaturen des Jahres bedeuten Stress für die Pflanzen und eine weiter sinkende nutzbare Feldkapazität. Lokale Niederschläge helfen nur bedingt. Aber wie versorgt man die Pflanzen jetzt bestmöglich?

Bei über 30 °C wird der Stoffwechsel der Pflanzen auf ein Minimum zurückgefahren. Notwendige Behandlungen sollten in den Morgen- oder Abendstunden erfolgen. 

  • Zuckerrüben: Die Bestände haben in den letzten Wochen ein rasantes Wachstum gezeigt und in der Regel die Reihen geschlossen. Einige Bestände zeigen aufgrund der letzten NAK noch ein sehr aufrechtes Wachstum mit steil stehenden Blättern. Durch den Reihenschluss hat sich der Bekämpfungsrichtwert für die schwarze Bohnenlaus auf 50 Prozent befallener Pflanzen erhöht. Bislang haben die Nützlinge aber ganze Arbeit geleistet und die Läuse überwiegend in Schach gehalten, sodass kaum Insektizidbehandlungen nötig waren. Demnächst werden auf den Flächen auch die ersten Schosserrüben sichtbar sein. Diese sind über den Sommer konsequent zu beseitigen, damit das Samenpotenzial auf der Fläche nicht größer wird.
  • Wintergetreide: Das Wintergetreide befindet sich in der Blüte. Teilweise ist die Vollblüte erreicht oder bereits überschritten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind unzureichende Gräserbekämpfungserfolge sichtbar. Sollten trotz intensiver Behandlungen Nester oder Streifen von Ackerfuchsschwanz oder Windhalm sichtbar sein, können Sie Proben zur Resistenzuntersuchung einschicken. Sind die Applikationsbedingungen aufgezeichnet oder noch in Erinnerung, hilft auch dies bei der Einschätzung der Wirkung. Handelt es sich um Randbereiche und Vorgewende, sollte je nach Umfang auch ein vorzeitiges Abhäckseln der Bereiche in Betracht gezogen werden.

Noch Zeit bis zur Ernte

Der Schaden durch das Aussamen und Verteilen während der Ernte wird um einiges größer sein als der Verlust des Kornertrages. Bis zur Ernte ist nun auch noch Zeit, sich über die Sorten der kommenden Bestellung im Herbst Gedanken zu machen. Die Behandlungsfenster in diesem Jahr waren aufgrund der Witterung nicht immer gegeben, sodass die Bestände teilweise erst nach dem optimalen Behandlungszeitpunkt appliziert werden konnten. Sorten mit besseren Toleranzeigenschaften können dann die negativen ertraglichen Auswirkungen begrenzen. Eigene Behandlungsfenster helfen bei der Beurteilung der Sorten.

Kartoffeln:

Einige Bestände haben den Reihenschluss geschafft, andere befinden sich noch in der Auflaufphase. Bis zum Reihenschluss können die noch fehlenden Düngungsmaßnahmen abgeschlossen werden. Auf leichteren Standorten tritt oftmals auch Bormangel auf. Der Bedarf der Kartoffel liegt bei ungefähr 200 Gramm/Hektar. Diese Blattdüngungsmaßnahme kann mit einer Fungizidspritzung kombiniert werden. Bei Mischungen mit AHL kann es zu Verträglichkeitsproblemen führen, deshalb sollte dann getrennt appliziert werden. Sollte die Verfügbarkeit von Magnesium aufgrund der Trockenheit eingeschränkt sein, ist auch hier über beispielsweise Bittersalz Abhilfe zu schaffen. Die reinen Nährstoffmengen sind über die Blattapplikationen aber begrenzt, sodass bei der Grunddüngung bereits auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden muss. Der Bedarf liegt in Versorgungsstufe C bei ca. 60 Gramm/Hektar abzüglich der Ernterückstände der Vorfrucht.

Zweitfruchtanbau:

Sollten die Getreidebestände als GPS oder sehr früh geerntet werden, ist neben der Etablierung einer ordentlichen Zwischenfrucht auch der Anbau einer Zweitfrucht möglich. Diese kann aber nur erfolgreich gelingen, wenn auch ausreichend Wasser in der Hauptwachstumsphase zur Verfügung steht. In den letzten Jahren war dies oft nicht der Fall. Sommertrockenheit prägte das Bild. Natürlich ist beim Anbau von Zweitfrüchten eine vorherige Düngebedarfsermittlung mit den entsprechenden Richtwerten nötig. Die N-Bedarfswerte für Energiepflanzen im Zweitfruchtanbau liegen zwischen 80 und 120 Kilogramm N/Hektar, je nach Kultur.

Noch bis zum 23. Juni können eventuelle Überlappungen im Agrarantrag in der Vorabgegenkontrolle in ANDI korrigiert werden. Wie im Vorjahr wird es dazu kein gesondertes Schreiben seitens der Bewilligungsstelle geben.

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