Weißkohl
Laura Schneider | am

Ratgeber: Das sollten Sie über Kohl wissen

Kohl gibt es in den verschiedensten Varianten. Wegen ihrer Frostfestigkeit sind zahlreiche Kohlsorten beliebte Wintergemüse. Hier finden Sie Wissenswertes rund um den Kohl.

Wie Sie Kohl richtig lagern:

Bis auf Brokkoli und Blumenkohl lassen sich die meisten Kohlarten gut über den Winter lagern. Der Ort sollte kühl und dunkel sein, optimal eignen sich kühle Kellerräume, Gartenhäuschen oder Schuppen. Am besten lassen sich Kohlköpfe mit unbeschädigtem Strunk lagern. An diesem können sie auch aufgehängt werden. Unmittelbare Nachbarschaft mit Obst, z.B. Äpfeln, sollte vermieden werden, da der Kohl sonst rasch welkt.

So behandeln Sie Kohlköpfe zur Saatgutbildung:

Kohlköpfe, die zur Saatgutbildung vorgesehen sind, werden aufgrund ihrer Frostempfindlichkeit mit Strunk überwintert und im Frühjahr wieder eingepflanzt. Aus ihnen entwickeln sich Pflanzen mit üppigen Blüten- und Fruchtständen.

Was alle Kohlarten gemeinsam haben:

  • Der typische Kohlgeschmack und der Geruch aller Kohlsorten geht auf Senfölglykoside zurück. Einige Inhaltsstoffe wirken antibiotisch und sind verantwortlich für die lange Haltbarkeit des Kohls. Ernährungsphysiologisch erweisen sie sich als wertvoll, da sie zum Beispiel einen hohen Vitamin-C-Gehalt aufweisen. 
  • Alle Kohlsorten stammen ursprünglich vom Wildkohl (Brassica oleracea) ab. Dieser ist freiwachsend vor allem in den Mittelmeerländern anzutreffen, in Deutschland nur auf Helgoland.
  • Wildkohl wurde in Griechenland schon vor Christi Geburt kultiviert. Auch in Italien war er schon früh als Gemüsepflanze bekannt. Durch die Römer gelangte die Pflanze zu den Germanen.  
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Was die wichtigsten Kohlarten auszeichnet:

  • Weißkohl (auch Weißkraut/ Kopfkohl) ist wohl die bekannteste Kohlsorte. Er wird nach Tomaten weltweit als zweitwichtigste Gemüsepflanze bezeichnet.  Die Blätter des Sprosses sind fast stiellos und biegen sich löffelartig nach innen. Auf nicht ganz charmante Weise bezeichnen Amerikaner die Deutschen als „Krauts“, weil sie Sauerkraut als typisch deutsche Speise ansehen.
  • Sauerkraut wird aus Weißkohl gewonnen, indem man diesen in feine Streifen schneidet und mit Salz einstampft. Nach etlichen Wochen entsteht durch Milchsäuregärung das saure Gemüseprodukt. 
  • Rotkohl (auch Blaukraut) ist hinsichtlich der Anbaugebiete weniger wärmeabhängig als der Weißkohl. Für die Rotfärbung ist ein hoher Anteil an Anthocyanen verantwortlich.
Rotkohl
  • Spitzkohl hat einen milderen und feineren Geschmack als Weißkohl. Die Köpfe wachsen kegelförmig und sind gelblichgrün. Geerntet werden sie schon im Mai/ Juni.
  • Wirsing weist gewellte, dunkelgrüne Blätter auf, die einen weniger festen Kopf bilden als Weiß-, Rot- und Spitzkohl.
  • Bei diesen vier Kohlarten handelt es sich um Kopfkohlarten. Ihre Verwendung als Gemüse ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt.
  • Kohlrabi erzeugen über dem Erdboden eine ansehnliche Sprossknolle, eine Verdickung des unteren Stängelabschnittes. An dieser Knolle sitzen langgestielte Blätter.
  • Rosenkohl zeichnet sich durch die stark gestauchten Seitensprosse aus, die wie kleine Kohlköpfchen aussehen und daher auch als „Rosen“ bezeichnet werden. Rosenkohl ist frostfest und wird bis weit in den Winter hinein unmittelbar aus dem Gemüsebeet geerntet. Lässt man ihn wachsen, entwickeln sich die „Rosen“ zu Sprossen, die im Sommer blühen.
  • Grün- und Braunkohl zählen zu den Kohlsorten, bei denen Blätter zu Gemüse verarbeitet werden. Stängel und Blätter vom Braunkohl sind rötlich blau und erscheinen brauner als die vom Grünkohl. Er wird bis 1,80 Meter hoch. Eis und Frost schaden Grünkohl und Braunkohl nicht, weshalb sie ohne weiteres bis in den späten Winter bzw. ins zeitige Frühjahr im Freien durchhalten.
Braunkohl
  • Bei Brokkoli und Blumenkohl sind es die Blütenstände, die geerntet und als Gemüse verarbeitet werden. Brokkoli wird auch als Spargelkohl bezeichnet, da sein Geschmack milder und feiner ist als der des Blumenkohls und an Spargel erinnert. Während beim Blumenkohl die Blütenknospen noch wenig entwickelt sind, wenn sie in unseren Kochtöpfen landen, sind diese bei den Brokkoli schon voll ausgebildet, selbst die Pollenkörner in den Staubgefäßen.
Mit Material von Gisela Tubes

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