Mais Bohne Mischkultur
Charlotte Meyer | am

Ratgeber: Was ist wichtig beim Mais-Mischanbau?

In den klassischen Maisanbauregionen nimmt die Nachfrage nach Mischkulturen zu. Doch im Anbau ist dabei einiges zu beachten.

Mais-Bohnen-Mischungen anzubauen, wird immer beliebter: Im vergangenen Jahr standen sie im Elbe /Weser Dreieck auf über 1.000 Hektar. Mittlerweile sind sehr viele Saatgutmischungen verschiedenster Anbieter am Markt erhältlich. Dabei reicht die Palette von fertig angebotenen Mais-Mischungen über Stangenbohnen beziehungsweise Ackerbohnen bis Sonnenblumen.

Warum werden Mais-Bohnen-Mischungen angebaut?

  • Grundsätzlich ist der Gedanke ist nicht neu: bereits vor über 2000 Jahren bauten die Maya in Mittelamerika Mais und Stangenbohne im Gemenge an.
  • Im Anbau dient der Mais der Bohne als Rankhilfe, die Bohne liefert zusätzliches Protein.
  • Mehr Protein gewährleistet eine ausgewogenere Nährstoffzusammensetzung.
  • Außerdem erhöht sich der Blühpflanzen-Anteil, was die Anbaudiversität steigert.
  • Im blütenarmen Sommer bereichern diese zusätzliche Blühpflanzen die Nahrungsgrundlage vieler Insekten.

Worauf muss man beim Anbau von Mais-Mischungen achten?

  • Bereits die Aussaat ist aufgrund der unterschiedlichen Kornfraktionen der Kulturen (Größe und TKG) eine Herausforderung, da die Ablagegenauigkeit erschwert wird.
  • Die Saatgutkosten sind im Vergleich zum reinen Maisanbau sehr hoch: Sie schlagen mit mindestens 150 % von normalem Maissaatgut zu Buche.
  • Am besten sind Standorte mit halbwegs gesicherter Wasserversorgung oder einer Beregnung.
  • Extreme Verunkrautung, beispielsweise Durchwuchskartoffeln, sollten vermieden werden, denn es steht nur eine sehr geringe Herbizidpalette zur Verfügung.
  • Bei der Aussaat gilt es, Ruhe zu bewahren: Lieber etwas später als zu früh. Anfang Mai können beide Kulturen zügig auflaufen.
  • Der Mischanbau wird vorzugsweise als Hauptfrucht angebaut. Vornutzungen, beispielsweise durch Ackergras oder Grünroggen, kosten Ertrag.

In welchem Verhältnis sollte der Mais gemischt werden?

  • Mehrjährig im Feld erprobt sind Mischungen von Mais und Stangenbohne im Verhältnis 8:4.
  • Erfahrungen aus früheren Anbauversuchen mit höheren Bohnenanteilen zeigten Probleme durch lagernde Bestände, die sehr schwer zu ernten waren. Die Wahl sollte auch immer auf eine standfeste Maissorte fallen.
  • Bei Mischungen mit Ackerbohnen empfiehlt sich ein Verhältnis von 8:8.
  • Wird der Mais mit Sonnenblumen gemischt, dann am besten im Verhältnis 8:3.

Wie gestaltet sich der Pflanzenschutz im Mischanbau?

Mais und Bohne Mischanbau
  • Die Möglichkeiten, chemische Pflanzenschutzmittel einzusetzen, sind – hauptsächlich wegen der geringen Herbizidverträglichkeit der Mischpartner - in dem System der Mais-Mischkulturen sehr begrenzt.
  • Es finden vorrangig Bodenherbizide Anwendung, maximal fünf Tage nach der Saat appliziert sein müssen.
  • Alles was darüber hinaus geht, lässt sich im Nachauflauf durch mechanische Unkrautbekämpfung ausmerzen.  Achten Sie dabei unbedingt auf die abgestimmte Arbeitsbreite der Drill- und Hacktechnik.

Worauf ist bei der Ernte zu achten?

  • Zur Ernte verhalten sich die einzelnen Kulturmischungen extrem unterschiedlich.
  • Stangenbohne + Mais: Achten Sie in dem System auf eine gute Ausreife beim Mais, denn die Stangenbohne mit einem niedrigen TS-Gehalt von etwa 15 bis 20 % reduziert den Gesamt-TS-Gehalt der Mischung. Bei gut entwickelten Beständen kann die Flächenleistung des Maishäckslers zurückgehen.
  • Ackerbohne/Erbse + Mais: Die Ackerbohne und auch die Erbse sind zur Ernte vollständig abgestorben, der optimale Erntetermin ist überschritten. Bei trockener Erntewitterung können so 95 % der Bohnen ausfallen. Im Versuch konnten bei leichtem Nieselregen bis zu 95 % der Bohnen geerntet werden.
  • Sonnenblume + Mais: In Versuchen ließen sich bisher keine Sonnenblumen ernten. Die Sonnenblume hatte zwar die Vollreife erreicht und keine pilzlichen Erkrankungen im Blütenkopf. Vögel hatten jedoch alle Samen geplündert. 

Wie steht es um die Silierfähigkeit von Mais-Stangenbohnen-Mischungen?

  • Die Silierbarkeit des Mais-Stangenbohnen Gemisches lässt sich mit reinem Mais vergleichen.
  • Abhängig vom Bohnenanteil in der Mischsilage können die Proteingehalte im Vergleich zu reiner Maissilage um bis zu 2 % ansteigen.
  • Die Stärkegehalte liegen 2 bis 3 % unter denen von reiner Maissilage, so dass die Energiedichte im Gemenge etwas geringer ausfällt.
  • Für den Einsatz in der Fütterung können nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nur Stangenbohnen-Sorten mit niedrigen Phasin-Gehalten empfohlen werden. Praktiker berichten von einer guten Futteraufnahme der Tiere, weitere Untersuchungen sind aber noch nötig.

Einen Artikel mit weiteren Informationen zum Thema Mischanbau lesen Sie in der LAND & FORST-Ausgabe 15/20.

Mit Material von Thekla-Karina Niehoff und Heinrich Romundt, LWK Niedersachsen

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