Lagerung von Silageballen
Edith Kahnt-Ralle | am

Ratgeber: Wickelballensilage erfolgreich nutzen

Silageballen können zahlreiche Vorteile haben, wenn Sie bei der Herstellung einige Punkte beachten. Wir haben ein paar Vorschläge für Sie.

Die Wickelballensilage hat bei guten Welkbedingungen große Vorzüge in puncto Flexibilität bei der Handhabung des Futters. Trotzdem werden sie bisher selten und oft erst zu späteren Aufwüchsen genutzt. Diese Art der Futterkonservierung kann, wenn Sie folgendes beachten, eine gute Alternative zum Fahrsilo sein:

Welche Prozesse machen die Wickelballensilage haltbar?

 

  • Bei den Silageballen wird durch die hemmende Wirkung der entstehenden Gärgase das Futter haltbar gemacht
  • Bei der Veratmung von Restsauerstoff und anderen Gärprozessen entsteht dabei Kohlendioxid (CO2), das im Folienmantel eingeschlossen wird.  Dieses wirkt hemmend auf Hefen und Schimmelpilze.

 

Haben Rund- und Quaderballen unterschiedliche Ansprüche?

 

  • Für Rundballen ist eine TM zwischen 40 und 50 Prozent optimal und bei Quaderballen sind sogar TM bis 55 Prozent möglich.
  • Mit höheren TM-Gehalten nimmt die Dichtlagerung im Ballen ab, was im Umkehrschluss bedeutet: Der verbleibende Restsauerstoff und die Grobporen nehmen zu.
  • Allgemein gilt: je kleiner das Erntegut, desto höher die Lagerdichte.
  • Um dann möglichst formstabile Ballen mit einer hohen Lagerungsdichte zu erzeugen, sind Werte oberhalb von 150 Kilogramm TM je Kubikmeter für Rundballen anzustreben.
  • Mit Quaderballenpressen sind Werte von bis zu 220 Kilogramm TM/Kubikmeter zu erreichen.

 

Worauf gilt es bei der Wahl der Stretchfolie zu achten?

  • Die wichtigsten Eigenschaften bei Folien, um eine lange Lagerdauer sicherzustellen, sind eine geringe Gasdurchlässigkeit und eine hohe UV-Beständigkeit.
  • Zur Unterstützung bei der Folienwahl können Sie sich am Prüfsiegel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für Silofolien und Netze orientieren.
  • Mittlerweile sind fast alle Farben auf dem Markt erhältlich. Wichtig ist, dass helle Farben bei Sonnenstrahlen weniger zur Erwärmung neigen. Sie dehnen sich dadurch nicht so stark aus wie dunkle Stretchfolien, weshalb weniger Gase austreten.

Wie oft sollte ein Ballen umwickelt werden?

 

  • Zum Einstretchen empfehlen sich mindestens sechs Folienlagen bei 50%iger Überlappung. 
  • Bei besonders hartem Erntegut mit robusten Stängeln umwickeln Sie den Ballen achtfach. So kann dem Durchstechen von zu dünnen Folienmänteln vorgebeugt werden.
  • Ziehen Sie aber auch bei nicht gefährdetem Erntegut eine achtfache Umwickelung in Betracht. Dadurch werden die Ballen wesentlich unempfindlicher gegenüber Beschädigungen aller Art.

 

Worauf ist beim Transport von Wickelballen zu achten?

  • Vermeiden Sie bei Verladearbeiten Folienschäden, damit kein konservierendes Gas entweichen kann.
  • Sollte es dennoch zu Beschädigungen gekommen sein, gilt es, diese möglichst schnell zu verschließen.
  • Die Bergung der Ballen sollte unmittelbar nach dem Einstretchen erfolgen, damit gebildetes Kohlendioxid nicht durch Greifwerkzeuge wieder herausgepresst wird.
  • Aus diesem Grund setzen Sie die Ballen nach dem Wickeln nur noch möglichst wenig um.
  • Nach jedem Transport sollten Sie die Folien auf Schäden und Risse kontrollieren.

Welche Vorgehensweise empfiehlt sich für die Lagerung?

  • Stapeln Sie die Rundballen möglichst mit den flachen Seiten aufeinander.
  • Im Idealfall lagern Sie ihre Wickelballensilage auf Paletten. Denn werden die Ballen auf unbefestigtem Untergrund gelagert, besteht die Gefahr, dass Schadnager von unten durch den Folienmantel in das Balleninnere eindringen.
  • Haben Sie nicht genug Paletten, können Sie eine gebrauchte Siloplane unter die Ballen legen, damit Schadnager kein leichtes Spiel haben. 
  • Der Einsatz von Siloschutznetzen vermeidet anschließend Schäden durch das Picken von Vögeln. Zusätzlich können Sie dabei vor dem Aufziehen der Netze noch Reifen auf die oberen Ballen legen. Der so entstehende Hohlraum zwischen Ballen und Netzen erschwert das Durchpicken zusätzlich.
Mit Material von Karsten Bommelmann, LWK Niedersachsen
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