Grassilage Walzen
Charlotte Meyer | am

Ratgeber: Worauf es bei der Walzarbeit von Grassilagen ankommt

Walzen bestimmt maßgeblich die Qualität des silierten Futters. Von wie vielen Faktoren dies abhängig ist, wird oft unterschätzt.

Gerade in Zeiten der Futterknappheit ist es wichtig, möglichst viel Milch aus dem Grundfutter zu erzielen. Grundvoraussetzung dafür sind bestmöglich gewalzte Silagen, denn nur ausreichend verdichtet kann die optimale Silierung stattfinden. Was in der Theorie einfach klingt, bedarf in der Praxis sorgfältiger Arbeit und ist von vielen Faktoren abhängig.

Wie sollte die Lagerstätte beschaffen sein?

  • Der Untergrund und die Zuwegung der Siloanlage sollten befestigt sein.
  • Um parallel abladen und walzen zu können, muss das Silo eine entsprechende Mindestbreite haben. Ist es zu schmal, kommt es zu unnötigen Wartezeiten und die Effizienz der gesamten Arbeitskette wird blockiert.
  • Beengte Zufahrten zum Siloplatz, beispielsweise um Ecken herum oder durch Hindernisse wie Baumreihen, gilt es zu vermeiden. 
  • Außerdem bietet es sich an, bei der Planung ausreichend Rangierfläche einzuplanen, denn komplizierte Wege kosten viel Zeit.
  • Die Silobreite und -höhe sollte unter Berücksichtigung des Futterbedarfs gewählt werden. Ein Vorschub von mindestens 1,5 Meter pro Woche muss gewährleistet sein.

Welchen Einfluss hat das Erntegut auf die Walzarbeiten?

  • Eine gute Verdichtung ist vom Anwelkgrad und dem Rohfasergehalt des Grases abhängig. Sinnvoll sind TM-Gehalte zwischen 30 und 40 % und ein Rohfasergehalt von 23 bis 25 %.
  • Nahegelegene Flächen zum Siloplatz sollten nach Möglichkeit zuerst eingefahren werden. Die entfernteren Flächen erst zum Schluss, da dann aufgrund der längeren Transportwege die angelieferte Futtermenge häufig geringer ist und somit mehr Zeit für die fachgerechte Walzarbeit zur Verfügung steht.
  • Außerdem kann der unterschiedliche Anwelkgrad der verschiedenen Grasbestände genutzt werden: Neuansaaten, zuletzt gemähte Flächen oder auch Flächen mit hohen Aufwuchsmengen sind in der Regel noch nicht so stark angewelkt. Diese Flächen können am Schluss eingefahren zu werden, um im oberen Silobereich eine bessere Verdichtung zu erreichen.
  • Generell gilt, dass bei höheren TM-Gehalten kurze Schnittlängen vorteilhafter sind, da sich diese leichter ausreichend verdichten lassen.

Wie sollte das Silo befüllt werden, um optimal zu walzen?

  • Damit das Walzen zügig und effektiv gelingt, ist eine schichtweise und gleichmäßige Befüllung sehr wichtig. Ideal dafür sind Lade- bzw. Silierwagen mit Dosierwalzen.
  • Die optimale Schichthöhe liegt im Bereich von 20 bis 30 cm. Neben dem besseren Walzen sorgt die schichtweise Befüllung für gleichmäßigeres Futter.  
  • Vermeiden Sie höhere Schichten, denn sie erschweren die Walzarbeit zum Teil erheblich. Dies ist besonders dann der Fall, wenn das angelieferte Gras in Haufen vor oder auf dem Silo abgeladen wird und somit noch hochgeschoben und verteilt werden muss.
  • Erledigen Sie die Silierarbeiten wenn möglich bei Tageslicht. Dunkelheit erschwert den Arbeitsablauf der gesamten Kette und erhöht die Gefahr von Bruch und Beschädigungen.
  • Die Schlagkraft und die Arbeitsqualität einer Silierkette steigen deutlich, wenn geübte und erfahrene Fahrer zum Einsatz kommen.

Worauf muss bei den Walzfahrzeugen geachtet werden?

Silo Zwillingsbereifung
  • Walzfahrzeuge wie Radlader oder Schlepper sollten ein hohes Gesamtgewicht von 10 bis 16 Tonnen haben. Um das Gewicht zu erhöhen wird häufig ein Front- oder Heckgewicht angebaut.
  • Für eine bessere Verteilung empfiehlt sich der Einsatz eines Siloverteiler mit Kreiselarmen oder als Trommel.
  • Bei Silos ohne Seitenwände bietet es sich aus Sicherheitsgründen an, einen Zwillingsreifen an der Schlepperseite zu verwenden, mit der an den Silokanten gearbeitet wird.
  • Der Reifendruck sollte bei über zwei Bar liegen, da er für einen höheren Punktdruck (kg/cm²) sorgt.
  • Die Walzarbeit muss mit langsamer Fahrgeschwindigkeit von zwei bis vier km/h auf zwei bis vier Überfahrten je Fahrspur erfolgen.

Was sollte man bei zeitlichen Engpässen tun?

  • Wenn bei der Walzarbeit wegen zeitgleich ankommender Transport- und Ladewagen zu Engpässen kommt, lassen Sie die Silierkette kurz warten.
  • Die schnelle Arbeit unter Zeitdruck - und damit verbunden eine schlechtere Verdichtung – lassen das Risiko einer Nacherwärmung des Ernteguts steigen.
  • So entstehen langfristige Energieverluste und die Futteraufnahme geht deutlich zurück. Kosten die daraus entstehen sind wesentlich höher als durch kurzfristigen Stillstand der Silierkette.

 

Mit Material von Alfons Fübbeker, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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