Ein Trecker wirbelt wegen Trockenheit auf dem Acker Staub auf
Anne-Maria Revermann | am

Regen dringend nötig: Das sind die vorläufigen Ernteschätzungen

Trockenes Wetter hat die Wasservorräte im Boden schrumpfen lassen. Das wirkt sich auf die Erträge aus. Hier die vorläufigen Prognosen.

"Wir brauchen dringend Regen!" - das sagen nicht nur Niedersachsens Landwirte, sondern auch Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). Die kommenden zwei Wochen würden insbesondere für die weitere Entwicklung von Wintergerste und Raps entscheidend sein.

So hat der Raps teilweise unter den Nachtfrösten der vergangenen Tage gelitten. Dazu kommen Schäden durch Insekten, sodass sich ein sehr heterogenes Bild zeigt.

Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Ernteprognose für Raps im Vergleich zum Vormonat (3,4 Mio. t) leicht zurückgenommen. Von 3,3 Millionen Tonnen ist aktuell auszugehen.

Beim Getreide erwarten die Experten wie im Vormonat mit gut 45 Millionen Tonnen eine durchschnittliche Ernte.

Winterweizen leicht unter Wert des Vorjahres

Mit 22,7 Millionen Tonnen wird der Winterweizen wie in den Vorjahren rund die Hälfte der deutschen Getreideernte ausmachen. Obwohl der DRV davon ausgeht, dass die Hektarerträge spürbar höher (+5,3 %) ausfallen werden, wird das Gesamtergebnis leicht unter dem Wert des Vorjahres liegen (-2,1 %). Grund dafür ist eine witterungsbedingt um mehr als sieben Prozent gesunkene Anbaufläche.

Die Wintergerste wird mit knapp 9,7 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau prognostiziert, die Sommergerstenernte wird bei nahezu gleichbleibender Anbaufläche aufgrund höherer Hektarerträge auf gut 1,9 Millionen Tonnen geschätzt (+6,1 %).

Roggen gewinnt an Erträgen

Gewinner dürfte in diesem Jahr der Roggen sein. Mit gut 3,8 Millionen Tonnen dürfte die Erntemenge um knapp 18 Prozent über dem Vorjahresergebnis liegen. Eine deutlich ausgedehnte Anbaufläche (+5,4 %) sowie höher angesetzte Durchschnittserträge (+11,8 %) sind die Ursachen dafür.

Ob die rechnerisch ermittelte Erntemenge auch tatsächlich dem Markt zur Verfügung stehen wird, ist allerdings offen. Aufgrund der teilweise weiterhin angespannten Versorgungssituation auf Milchviehbetrieben und bei Biogasanlagen rechnet der DRV damit, dass ein nicht geringer Anteil als Grünroggen gehäckselt wird.

Im vergangenen Jahr reduzierte sich nach Schätzungen des Verbandes die Druschfläche dadurch um rund 70.000 Hektar. Ob dieser Wert auch dieses Jahr erreicht wird, hängt von dem weiteren Witterungsverlauf ab.

Vegetationsentwicklung weitgehend im langjährigen Mittel

Zeigten die Kulturen im Vormonat noch einen deutlichen Vegetationsvorsprung, so ist dieser durch die Fröste der vergangenen zwei Wochen nahezu auf Null zurückgegangenen.

Lediglich der Raps zeigt weiterhin einen leichten Vorsprung im Vergleich zum langjährigen Mittel und hat fast überall mit der Blüte begonnen.

Die Aussaat von Sommergetreide ist mit Ausnahme von Körnermais mittlerweile abgeschlossen. Mit dem nennenswerten Beginn der Maisaussaat wird für die kommenden Tage gerechnet.

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