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Frerich Wilken,LWK Niedersachsen | am

Rote Gebiete: Düngung Silomais - es wird ziemlich eng

Die Düngegesetzgebung ist eine Dauerbaustelle. Nach der Novelle in 2020 werden nun die Roten Gebiete in Niedersachsen neu ausgewiesen. Über 50% des hiesigen Maisanbaus liegen im Roten Gebiet. Was das bedeutet.

Die Reduzierung der N-Düngung um 20 % ist die größte Einschränkung und auch am meisten diskutierte Maßnahme in den Roten Gebieten ab 2021. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Regelungen, die teilweise auch den Futterbau mit maisbetonten Fruchtfolgen betreffen. Dieser Beitrag beleuchtet die Maisdüngung in intensiven Milchviehbetrieben.
 

 

Verpflichtende Untersaat im Mais

Mit dem Ziel der Winterbegrünung hat der Gesetzgeber in der DüV für die Roten Gebiete bei einer Maisernte vor dem 1. Oktober ein „Zwischenfruchtanbaugebot“ erlassen, sofern anschließend eine Sommerung angebaut wird.

Darüber hinaus will das Land Niedersachsen für den Fall einer späteren Maisernte eine verpflichtende Untersaat im Mais vorgeben. Die genaue Ausformulierung hierzu ist allerdings noch nicht bekannt. Zum Saatzeitpunkt der Untersaat steht der Erntetermin noch nicht fest.

Der Gedanke dahinter wird auf jeden Fall die Verpflichtung zur Winterbegrünung sein. Entweder eine Untersaat oder eine nicht abfrierende Zwischenfrucht nach Mais, beides ist gemäß Düngebedarfsermittlung im Folgejahr mit einer Nachlieferung in Höhe von 20 kg Stickstoff (N) zu berücksichtigen.

Eingeschränkte Düngung im Mais

Die zukünftig deutlich eingeschränkte Düngung im Mais in Roten Gebieten wird zu einer Herausforderung. Erfolgreicher Maisanbau mit reduzierter Düngung ist auf nachlieferungsstarken Böden mit langjähriger organischer Düngung möglich. Das zeigen viele bisherige Versuche, insbesondere aus dem Wasserschutz. Es müssen alle Einflussfaktoren optimal gestaltet werden, beispielsweise sind die Kalkung und die Kalidüngung zu nennen.

Für die Unterfußdüngung (UFD) mit Gülle und einem Nitrifikationshemmer liegen viele überzeugende Versuchsergebnisse vor. Oftmals sind keine Mindererträge zu befürchten, allerdings bei deutlich höherem Aufwand und unter optimalen Bedingungen.

Was gilt für kältere Standorte?

Insbesondere auf leicht erwärmbaren Standorten wird diese Gülleausbringung in Form von Strip Till schon in der Praxis durchgeführt. Leider fehlen bisher praxistaugliche Lösungsansätze für kältere Standorte, wie sie häufig in Küstennähe zu finden sind.

Diese Düngungseinschränkungen und die immer weiter reduzierten Möglichkeiten des Pflanzenschutzes, lassen den erfolgreichen Maisanbau in Zukunft nicht einfacher werden.

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