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Christel Grommel | am

Rote Gebiete: Landvolk will stärkere Differenzierung

Das Landvolk Niedersachsen wünscht sich eine differenzierte Regionalisierung auf der Basis von Grundwasseruntersuchungen.

Zum gestern vorgelegten Verordnungsentwurf des Landes sagt der künftige Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies: "Die Ergebnisse von hunderten Grundwassermessstellen in Niedersachsen mit nachweislich geringen Nitratbelastungen werden bei der vom Land verwendeten Methode einfach ignoriert. Niedersachsen verzichtet bei der Festlegung nitratsensibler Gebiete weiter auf eine differenzierte Regionalisierung auf Basis von Grundwasseruntersuchungen. Das geht so nicht, und das können wir für unsere Landwirte nicht akzeptieren."

Das Verursacher-Prinzip sollte stärker berücksichtigt werden - nur solche Betriebe sollten mit Düngeeinschränkungen belegt werden, die auch tatsächlich für zu hohe Nitratwerte verantwortlich sind. Nun bleiben aber Messstellen mit geringen Nitratkonzentrationen bei der Bestimmung von Nitrat-auswaschungsgefährdeten Flächen unberücksichtigt. "Der Landesregierung reicht es aus, wenn von mehreren Messstellen innerhalb großer Einzugsgebiete ein einziger Messbrunnen Belastungen aufweist", bemängelt Hennies.

Niedersachsen muss Abgrenzung erneuern

Bis spätestens Ende 2021 müsse Niedersachsen jetzt die Abgrenzung in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit an Messstellen nochmals erneuern. "Wir fordern, dass in Gebieten mit ausreichender Messstellendichte unverzüglich ein geostatistisches Verfahren zur Regionalisierung zur Anwendung kommt", erklärt der designierte Landvolkpräsident.

In Regionen, in denen für diese Methode der Neubau von Messstellen erforderlich sei, müsse das Land Niedersachsen, wie in Schleswig-Holstein, in der Übergangszeit eine kleinräumigere Abgrenzung nitratsensibler Bereiche um "rote" Messstellen als bisher vornehmen.

Das derzeitige Vorgehen ist nach Einschätzung des Landvolks ein Verstoß gegen die Regeln der Vorschriften des Bundes.

Das Landvolk bemängelte zudem die Bewertung der Messstellen, der Prüfungsumfang sei nicht ausreichend gewesen. 2021 müsse hier nachgebessert werden.

Mit Material von LPD
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