Spirulina Algen in Pulverform und Tabletten auf Löffeln
Christel Grommel | am

Rotenburg: Landwirt und Algenzüchter

Mikroalgen sind in Asien und Afrika schon lange hoch geschätzt. Nun werden die Algen auch in Deutschland immer beliebter.

In Rockstedt im Landkreis Rotenburg betreiben Johannes Heins und sein Sohn Maarten einen klassischen Landwirtschaftsbetrieb. Ackerbau mit Getreide und Mais, Schweinemast auf Stroh, Legehennen für die Direktvermarktung gibt es dort. 

Seit 2016 ist noch etwas dazu gekommen: Die beiden Landwirte sind seitdem auch Algenzüchter. Vater Johannes befasst sich schon seit 2012 mit dem Thema Mikroalgen. Das fand auch Sohn Maarten gut, der schon mit 24 Landwirtschaftsmeister ist und gern experimentiert. 

Geerntet wird täglich

In einem gebrauchten Gewächshaus startete 2016 die Produktion, auf 2.500 Quadratmetern Fläche. Heute werden in 18 rund 20 mal vier Meter großen offenen Becken Mikroalgen bei Wassertemperaturen von etwa 25 bis 30 Grad gezüchtet. "Zuerst hatten wir Chlorella", sagt Maarten Heins mit Blick auf die Gattung. "Dann haben wir auf Spirulina umgestellt." Diese ist spiralförmig und größer als die Chlorella. Beide vermehren sich ständig durch Zellteilung.

Die beiden produzieren rund zwei Tonnen Mikroalgen pro Jahr. Geerntet wird täglich beziehungsweise pro Becken drei Mal in der Woche mit einer speziellen Ansaugpumpe. Dabei wird das Wasser durch einen feinen Filter gespült, die Algenmasse setzt sich dann ab und tropft als grüne Paste ab. Die wird dann in einem Raum getrocknet, der dazu auf 45 Grad erhitzt wird. "Die Wärme beziehen wir vom Nachbarn, der eine Biogasanlage betreibt", so Heins. Das Roh-Endprodukt sind dann grüne harte Flocken-Chips.

Eine Super-Alge?

Die Mikroalgen sind reich an Proteinen und Vitaminen - im Internet sind sie sehr beliebt, es gibt die vielfältigsten Produkte. Spirulina-Erdbeereis am Stiel, Spirulina-Guacamole, Spirulina-Granulat, Spirulina- oder Chlorella-Bio-Tabletten. Dazu jede Menge Rezepte und Tipps. 

Verbraucherschützer dämpfen jedoch eine allzugroße Spirulina-Euphorie. Der Nutzen als Eiweiß-, Eisen- und Vitamin A-Quelle sei unbestritten, jedoch herrsche in Deutschland daran kein Mangel. Als Nahrungsergänzungsmittel seien die Tagesmengen zu gering. 

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