Schottergarten und Blühwiese
Ellen Hartmann | am

Schottergärten: Unkompliziert oder umweltschädlich?

Schottergärten gehören in vielen deutschen Wohnsiedlungen zum Anblick dazu. Einer, dem das gar nicht gefällt, ist Diplom-Biologe Ulf Soltau. Er nennt Gärten aus Gestein und wenig Grün "Gärten des Schreckens".

Genau so heißt auch sein Profil auf der Plattform "Instagram" in den sozialen Medien. Hier wettert Soltau gegen eine "Flut von Fotos moderner Schottergärten in den Hochglanzwerbebroschüren" und bekräftigt, dass Schottergärten – entgegen der Meinung der Werbebranche – nicht pflegeleicht seien. Mittlerweile hat er 83.000 Abonnenten auf seinem Kanal und bekommt monatlich an die 1.500 Bilder von Schottergärten zugeschickt.

Schottergärten versiegeln Böden

Laut dem Bundesumweltminsterium gebe es keine Zahlen, wie viele Hektar Schottergarten in Deutschland existieren. Von einer Sprecherin von Bundesumweltministerin Svenja Schulze heißt es, dass in Schottergärten oftmals "wenige bis keine Pflanzenarten" wachsen würden, was an der "Versiegelung des Bodens" liegen würde. Diese Gärten würden auch "keine Lebens- und Nahrungsgrundlage für Tiere" bieten. Ein Verbot solcher Schottergärten könnten aber nur die Länder aussprechen.

Wo gelten Verbote?

In Baden-Württemberg sind Schottergärten bereits nach dem Naturschutzgesetz verboten, in Bremen und Hamburg ebenfalls. Hier hängt das Verbot an der Bauordnung. Deutschlandweit gebe es allerdings auch zahlreiche Kommunen, die diese Gärten mittels Bebauungsplänen verbieten würden. Auch in Niedersachsen seien Schottergärten verboten, heißt es von der Oldenburger Kreiszeitung (NWZ). In der Niedersächsischen Bauordnung heiße es nämlich, dass Grundstücksflächen, die nicht bebaut sind, Grünflächen sein müssen.

Nabu fordert mehr Blühpflanzen

"Schottergärten widersprechen jedem Gedanken zur Verbundenheit mit der Natur", stellt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) klar. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert für Gärten mehr Blühpflanzen, Sträucher und Bäume. Denn nur so könnten Lebensräume für Insekten und weitere Organismen geschaffen werden. Dazu kommt: "Durch Verdunstungskälte und Schatten können Städte mit der entsprechenden Bepflanzung in Gärten für Abkühlung sorgen", so Corinna Hölzel vom BUND. Gerade Schottergärten würden sich im Sommer stark aufheizen. Das Argument, dass Schottergärten pflegeleicht seien, verstehe Ulf Soltau darüber hinaus nicht. "Hin und wieder gehe ich durch die Rabatten und muss etwas ausputzen", sagt er. "Und selbst das empfinde ich nicht als Arbeit."

Mit Material von dpa
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