Ein Junge pflanzt eine Tomatenpflanze ein.
Ellen Hartmann | am

Schule im Garten: Was Kinder im Beet alles lernen können

Gemeinsam Zucchini säen, Möhren ausgraben und Erdbeeren pflücken: In der Montessori-Integrationsschule in Erfurt steht genau das auf dem Unterrichtsplan. Die Kinder der Grundschule verbringen den Sommer im Schulgarten, die Arbeit im Beet ist Unterricht.

Anders als in anderen Bundesländern ist der Schulgarten in Thüringer Grundschulen ein richtiges Schulfach. Schon in der DDR gab es das Facht als Pflicht, aber überlebt hat es nur in Thüringen. So werden in den meisten Thüringer Grundschulen in der dritten und vierten Klasse in dem Fach auch Noten vergeben, es gibt Lernziele im Lehrplan und die Lehrerinnen und Lehrer habe eine spezielle Ausbildung für das Fach absolviert.

Viele Kinder kennen Gemüse nur aus dem Supermarkt

Auch Yvonne Balsam ist eine solche Lehrerin, vergibt an der Montessori-Grundschule aber keine Noten fürs Blumengießen, Erde auflockern und Unkraut jäten. Sie erklärt den Kindern der "Spatzenklasse", wie Erdbeeren richtig geerntet werden, wie Gartenwerkzeug richtig benutzt wird und zeigt die Unterschiede verschiedener Beerensträucher. Balsam findet es toll, dass Schulgarten in Thüringen ein verpflichtendes Schulfach ist: "Weil es die Kinder wirklich gerne machen und sie lernen unheimlich viel - auch über Nachhaltigkeit." Denn viele Kinder würden Gemüse heute nur noch aus dem Supermarkt kennen.

Schulgarten: Pflicht für alle Bundesländer?

"Wir reagieren mit dem Schulfach natürlich auch auf eine gesellschaftliche Entwicklung", so Katy Wenzel, Mitarbeiterin an der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt. Gerade Naturerfahrungen seien bei vielen Kindern nicht mehr Bestandteil des Alltags und so könnten sie verstehen, wie Lebensmittel entstehen und was dahinter steckt. Laut Wenzel solle das Fach in allen Bundesländern Pflicht werden.

Skeptisch sieht das aber Dorothee Benkowitz, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten: Sie fände sie es nicht richtig, das Fach zur Pflicht zu machen, wenn an einer Schule gar keine Motivation vorhanden wäre. "Für uns wäre eigentlich der ideale Schulgartenunterricht der, der sich mit dem ganzen Schulleben vernetzt, dass jedes Fach die Möglichkeit nutzen kann, den Schulgarten als Lernort für sich zu erschließen", sagt Benkowitz. 

Mit Material von dpa
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