Ein Vollernter erntet auf einem Feld Zuckerrüben
Christel Grommel | am

Schwache Zuckerrübenernte

Die Zuckerrübenernte fällt in diesem Jahr für die Zuckerrübenbauern nicht gut aus. Fehlender Regen und ein Virus machten ihnen zu schaffen.

Die Bilanz für die jetzt im Januar zu Ende gehende Saison 2020/21 wird schätzungsweise bei rund 4,1 Millionen Tonnen Zucker liegen, so Fred Zeller, Geschäftsführer des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer. In der Vorsaison waren es rund 4,2 Millionen Tonnen Zucker.

Norddeutschland hat tendenziell bessere Ernteergebnisse als der Süden. Laut Heinrich Helmke vom Dachverband der Norddeutschen Zuckerrübenanbauer gibt es jedoch regional große Unterschiede. Im Fünf-Jahres-Vergleich fielen die Ergebnisse etwa durchschnittlich aus. Manche Landwirte hatten jedoch drastische Einbrüche. 

"In der EU rechnen wir mit einer Zuckererzeugung von 14,7 Millionen Tonnen. Im Spitzenjahr 2017 waren es deutlich über 20 Millionen Tonnen Zucker", sagt Zeller. Für Deutschland bedeute das, dass mehr Zucker aus Drittländern importiert werden müsse.

Gründe für die schwache Ernte waren der fehlende Regen sowie ein Virus

Vergilbungskrankheit macht Probleme

Die von Blattläusen übertragene Viruskrankheit macht den Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen. Denn die deutschen Pflanzenschutzmittel-Vorgaben seien die strengsten in Europa.

Ende 2020 hatten sieben Bundesländer, darunter auch Niedersachsen, eine Notfallzulassung für neonicotinoid-gebeiztes Rübensaatgut bekommen, befristet bis 30. April 2021. Weil andere Länder wie beispielsweise Österreich diese Notfallzulassung für mehrere Jahre haben, könnten sie wirksamer gegen die Vergilbung vorgehen. Das führe zu Wettbewerbsverzerrung auf dem europäischen Markt, so Hemke. 

2018 war das Beizmittel, das Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide enthält, europaweit verboten worden, weil es Bienen und andere Insekten in ihrem Bestand gefährden könnte. Laut Zeller werden die Rüben geerntet, ehe sie zur Blüte kommen, so dass keine Gefahr für die Bienen bestehe. Seit dem Verbot sei die Population der Blattläuse, die die Vergilbungskrankheit übertragen, massiv gewachsen.

Ein anderes Virus macht den Landwirtinnen ebenfalls zu schaffen: Aufgrund der Corona-Beschränkungen werde weniger Zucker verbraucht, was sich negativ auf die Preise auswirke. 

Mit Material von dpa
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