Gärgashauben
Dr. Christine Kalzendorf, Landwirtschaftskammer Niedersachsen | am

Silage: Nitrose-Gase auf keinen Fall unterschätzen

In diesen Tagen wird Ackergras einsiliert. Hier Tipps der LWK Niedersachsen, um Gefahren für Mensch und Tier zu vermeiden.

Gemäß den Untersuchungen aus der Reifeprüfung ist das Feldgras aktuell durch hohe Proteingehalte charakterisiert. Bereits im vergangenen Jahr wurde bei der frühen Maisernte von Gasen berichtet, die aus dem Silo sichtbar herausströmten. Die LWK Niedersachsen warnt davor.

Hierbei handelt es sich um stickstoffhaltige Gase (nitrose Gase), die immer dann in größeren Mengen entstehen, wenn die Pflanze noch ausreichend Nitrat enthält. In jungen Gras- oder Grünroggenbeständen kann von hohen Nitratgehalten ausgegangen werden.

Nitrose Gase sind gefährlich

Bei der Silierung wird Nitrat über mehrere Stufen abgebaut. Die Endstufe der sind stickstoffhaltige Gase (nitrose Gase), die aus dem Futterstapel entweichen. Die geschilderten Vorgänge sind typisch für die Silagebereitung und stellen keine Qualitätsbeeinträchtigung für das Futter selbst dar. Allerdings ist das zeitlich begrenzte Auftreten von nitrosen Gasen gefährlich.

  • Das Gas führt zu Verätzungen und beim Einatmen schlimmstenfalls zum Erstickungstod.
  • Während sich die Anfangssymptome nur in leichtem Reizhusten äußern, kann es nach einigen Stunden zu einer schweren Lungenschädigung (Lungenödem) kommen.
  • Dann stellen sich Krankheitsgefühl, Unruhe und Atemnot ein.
  • Als Maßnahme der Ersten Hilfe in diesem Fall kommt es vor allem darauf an, für Frischluft zu sorgen und sicherheitshalber einen Arzt zu benachrichtigen.

Wegen Gärgasbildung Vorsicht walten lassen

Wenn das Entweichen der Gase so bewusst beobachtet wird, wie oben beschrieben,

  • ist die Nähe zum Silo in dem Zeitraum zu meiden.
  • Kinder sind auf diese Gefahren nicht nur hinzuweisen, sondern prinzipiell von den Siloanlagen fern zu halten.
  • Das gilt nicht nur bei Ausströmen der nitrosen Gase, sondern generell bei Gärgasbildung.
  • Das Hochnehmen der Siloplane innerhalb der ersten Siliertage ist genauso kritisch zu bewerten wie das Probenehmen aus dem noch nicht vollständig durchsilierten Futterstapel.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 17/19.

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