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Charlotte Meyer | am

Sorghum als subtropische Alternative für die Biogasanlage

Wer eine Biogasanlage betreibt, braucht immer ausreichend Substrat. Ist es wegen der Fruchtfolge nicht möglich, mehr Mais oder Grünroggen anzubauen, beginnt die Suche nach anderen geeigneten Kulturen.

Zu Sorghum kam Friedrich Kettenburg durch den Kontakt zu einem Züchter. Was er über die tropische Kultur erzählte, klang in den Ohren des aus Rotenburg-Unterstedt stammenden Landwirt interessant und mittlerweile baut er die Kultur seit fünf Jahren an.

Diese Hirsenart ist, ähnlich wie Mais und Roggen, recht anspruchslos was den Boden angeht. Sie eignet sich daher optimal für seinen Betrieb, dessen Ackerflächen im Durschnitt nur 21 Bodenpunkte liefern. Im vergangenen Jahr baute Kettenburg Sorghum auf 30 Hektar an. „Auf 20 Hektar davon stand er dabei als Zweitfrucht nach Grünroggen“, berichtet der Landwirt. Grundsätzlich werde Sorghum nach der ersten Maidekade mit einem herkömmlichen Maiseinzelkornlegegerät und mit einem Reihenabstand von 75 Zentimetern gelegt. 

Erntezeitpunkt des Sorghums ist Pokerspiel

on_Sorghumhirse-Rispe

Der Aussaattermin zur Hauptfrucht kann aber zu früh sein und es gilt, das Wetter jedes Jahr genau zu beobachten, denn Hirse kann keinen Forst ab. Und das sowohl zum Beginn als auch zum Ende der Vegetationszeit. Den richtigen Erntezeitpunkt finden, ist für Kettenburg immer aufs Neue ein Pokerspiel: „Wir lassen Sorghum so lange stehen, wie es irgendwie geht, um ausreichend Trockensubstanz zu ernten.“ Zögert der Landwirt die Ernte zu lange heraus und die langen Stängel bekommen Forst, knicken sie ab und können nur noch sehr schwer geerntet werden.

Mit der Ernte etwa vier Wochen nach Abschluss der Maisernte habe er bisher gute Erfahrungen gemacht. Ertraglich liefert Sorghum − bereinigt auf 32 Prozent Trockenmasse − 30 Tonnen pro Hektar.

Sorghum ist in Pflanzenschutz und Düngung anspruchslos

Sorghum der neben einem Maisbestand steht

Was den Pflanzenschutz betrifft, ist Sorghum laut Kettenburg vergleichsweise anspruchslos. 2020 habe der Landwirt Sorghum zum ersten Mal von einem Lohnunternehmen hacken lassen, was aber gut funktioniert habe. Düngung erhält seine Hirse nur in Form von Substrat.

Sorghum ist nicht interessant für Wildschweine

Einen großen Vorteil gegenüber Mais hat die tropische Kultur aber: „Mit Wildschweinen gibt es im Sorghum kein Problem. Neben Schweinen haben wir hier im Mais sehr oft Schwierigkeiten mit Damwild, was in der Hirse ebenfalls kein Thema ist.“ Erst nach der Maisernte würden sich die Wildschweine in die hochbewachsenen, sicheren Felder zurückziehen.

Doch selbst dann verursachen sie kaum Schäden. Nachdem immer mehr Beizmittel weggefallen sind, gibt im Mais vermehrte Probleme mit Vogelfraß. Auch hier trumpft Sorghum auf: Für Saatkrähen und anderes Geflügel entpuppte er sich bis dato nicht als schmackhaft. 

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