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Kristina Wienand | am

Spargelanbauer erleben eine herausfordernde Saison

Für viele ist es eine Delikatesse: frischer Spargel aus der Region. Doch dieses Jahr wollen weniger Verbraucher den Preis dafür bezahlen.

Liebhaber von Erdbeeren und Spargel schweben gerade auf Wolke 7. Noch gut vier Wochen sind es bis zum Ende der Spargelsaison am 24. Juni. In dieser Saison waren die Verbraucher beim Kauf von dem Gourmetgemüse aus der Region zurückhaltender als nach den beiden boomenden Corona-Jahren erwartet.

Marktexperten führen die Zurückhaltung auch auf die hohe Inflation und Unsicherheiten angesichts der Weltlage zurück.

„Da ist der gefüllte Heizöltank oder der langersehnte Urlaub wichtiger“, zeigt Peter Soltau aus Eicklingen im Landkreis Celle Verständnis.

Der Spargelbauer merkt in seinem Hofladen eine deutlich schwächere Nachfrage. „Dabei ist der Spargel dieses Jahr günstiger als in den Vorjahren“, betont Soltau.

Überzogene Preise und gute Qualität

Generell ist die Spargelsaison bisher trotz guter Qualitäten und Ernte für die heimischen Landwirte kaum zufriedenstellend. Auch die Erdbeersaison hat trotz bester Qualitäten einen schweren Start. Denn wie beim Spargel behielt der Handel Importe von Spargel und Erdbeeren bis Mitte Mai bei.

„Zudem führten teilweise überzogene Preise des Handels für regionalen Spargel und regionale Erdbeeren, das heißt hohe Margen für den Handel, zu großem Unmut bei den Käuferinnen und Käufern, die sich übervorteilt fühlten“, erläutert Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer e.V. in Niedersachsen.

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Mindestlohn macht Spargel teurer

Importspargel und Importerdbeeren können in Deutschland günstiger als ihre heimischen Pendants angeboten werden, weil die Löhne laut Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer Niedersachsen im Anbauland niedriger sind:

In Italien gebe es zum Beispiel keinen Mindestlohn, in Spanien liege der Mindestlohn bei 6,06 Euro pro Stunde, in Griechenland gar bei 3,83 Euro pro Stunde und in Ungarn nur bei 3,21 pro Stunde.

„Mit aktuell 9,82 Euro pro Stunde liegt Deutschland schon mehr als das 1,5- bis 2,5-fache höher“, sagt Eickhorst. „Die Anbauerinnen und Anbauer bezahlen gerne 12 Euro Stundenlohn, aber dieser setzt faire Preise voraus“, betont Eickhorst. Aktuell zeige sich deutlich, dass der heimische Anbau zu wenig geschätzt und entlohnt werde.

Umfrage zeigt Probleme von Einzelhandelslieferanten

Probleme haben besonders die Landwirte, die an den Lebensmitteleinzelhandel liefern. Das hat eine Umfrage des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände e.V. ergeben, an der 274 Betriebe teilnahmen.

Mit 51 Prozent gaben rund die Hälfte der Befragten an, dass die Absatzsituation im Handel schlecht bis sehr schlecht im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr läuft.

Nur 8 Prozent bezeichnen sie als gut bis sehr gut. Zudem konnten dort nur etwa drei Prozent ganz und rund 16 Prozent teilweise ihre kalkulierten Spargelpreise durchsetzen. Rund 57 Prozent gaben an, dass ihnen diese Preise verweigert wurden. 

Mit Material von PM LPD
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