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Birgit Greuner | am

Spargelernte in Niedersachsen nimmt Fahrt auf

Zunächst nur vom beheizten Feld, jetzt auch ohne Zusatzwärme gut gewachsen: Auf Niedersachsens Spargelfeldern startet die Ernte.

Den Anfang machten bereits Anfang März die feinen, weißen Stangen von einzelnen direktvermarktenden Betrieben , die beheizte Felder haben. In diesen Tagen beginnt die Spargelernte in ganz Niedersachsen.

Rund 350 Betriebe setzen im Bundesland auf den Anbau von Spargel. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Niedersächsischen Landesamts für Statistik landesweit 27.468 Tonnen Spargel geerntet. Jede fünfte Stange kommt deutschlandweit aus Niedersachsen mit einer Anbaufläche von 6.138 Hektar (Ertrags- und Junganlagen).

Spargel ist die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.

Erntemengen nehmen in diesem Frühjahr stetig zu

Den aktuellen Wetterprognosen zufolge nehmen die Erntemengen in diesem Frühjahr stetig zu. Derzeit ist das Wetter zwar noch bedeckt und regnerisch angekündigt. Ab dem Wochenende sind wieder mehr Sonnenstunden gemeldet. In den Tunnelanlagen, die die ganze Zeit über abgedeckt waren, wird jetzt regelmäßig das Saisongemüse geerntet.

Spargelanlagen auf künstliche Bewässerung angewiesen

2018 war ein Ausnahmejahr mit hohen Temperaturen und sehr wenig Niederschlag in vielen Regionen. Somit waren die Spargelanlagen auf eine künstliche Bewässerung angewiesen. Hierbei haben die ein- bis dreijährigen Anlagen den höchsten Bedarf. Dort ist das Wurzelsystem noch nicht voll ausgeprägt. Altanlagen (ab dem vierten Standjahr) haben unter optimalen Bedingungen ein gut entwickeltes Wurzelsystem, das bis tief in den Boden reicht.

Aus Sicht der Fachleute der Landwirtschaftskammer könnte je nach Standort und Wasserversorgung eine teilweise verminderte Stangenstärke eine Folge des Dürrejahrs 2018 sein.

Investitionen in zusätzliche Folientechnologie

Dass die Erntemengen zunehmen, hängt nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit den modernen Anbaumethoden zusammen: Viele Betriebe haben in den zurückliegenden Jahren in zusätzliche Folientechnologie investiert. Mit deren Hilfe lässt sich das Wachstum des Edel-Gemüses beschleunigen und besser steuern.

Neben der Abdeckung der Spargeldämme mit einer Lage Folie und den Feldern mit einem zusätzlich transparenten Folientunnel über den Dämmen setzen Spargelbauern verstärkt auf eine Dreifachabdeckung: Dabei wird über dem Tunnel, in denen die Dämme mit schwarzer Folie abgedeckt sind, noch eine weitere Folie aufgelegt.

Dadurch erwärmen sich auch noch die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern zusätzlich Wärme. Tunnel und Folie lassen sich auch maschinell abheben. Das spart Zeit und schont die Pflanzen.

Steuerung der Spargeldammtemperatur

Die Spargeldammtemperatur kann durch das Auflegen, das Wenden oder das Abnehmen der unterschiedlichen Folien gesteuert werden. Für die Überwachung der Dammtemperatur gibt es mehrere Möglichkeiten. Unter anderem zeichnen Messgeräte die Temperatursumme im Spargeldamm auf. Hierdurch können Spargelfachleute abschätzen, wann in etwa mit dem Erntebeginn zu rechnen ist. Sobald das Rhizom (der Erdspross) in etwa 20 Zentimerter Tiefe von Temperaturen von zwölf Grad und mehr umgeben ist, treibt der Spargel aus.

Anfang des Jahres gab es mehrere stürmische Tage, die die Arbeit mit den Folien auf den Flächen erschwert hat. Abgewehte Folie war die Folge, so dass der Temperatureffekt der Dreifachabdeckung vermindert und Tunnelfolie teils zerstört wurde.

Mit Material von LWK Niedersachsen
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