Ein Landwirt hält Frühkartoffeln in den Händen
Anne-Maria Revermann | am

Auf Spurensuche: Woher kommen schwarze Flecken in der Kartoffel?

Braunschweiger Forscher wollen Beschädigungen im Inneren von Kartoffeln während und nach der Ernte auf den Grund gehen.

In einem Verbundprojekt wollen Forscher des Instituts für Festkörpermechanik (IFM) und des Instituts für mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge (IMN) der Technischen Universität Braunschweig ein rechnergestütztes Modell entwickeln, um Beschädigungen im Innern von Kartoffelknollen, die im Ernteprozess und danach verursacht werden, vorherzusagen und zu analysieren. Damit sollen die schwarzen Flecken vermieden werden, mit denen die Kartoffelknolle auf Stöße und andere mechanische Belastungen reagiert.

 

Schäden verursachen Abwehrreaktionen in der Kartoffel

Laut der Wissenschaftler sind Kartoffeln während der Ernte und in der weiterverarbeitenden Industrie einer Vielzahl mechanischer Belastungen ausgesetzt, die zu inneren Gewebeschäden führen könnten. Diese Schäden setzten chemische Abwehrreaktionen in Gang, die Textur, Geschmack und Nährwert der Nutzpflanze verändern könnten und als schwarze Flecken im Gewebe sichtbar würden.

„In unserem Verbundprojekt entwickeln wir ein neuartiges physikalisches Modell, mit dem sich die Anzahl und die Schwere innerer Kartoffelbeschädigungen vorhersagen lassen und der Zeitverlauf der Verfärbung bestimmen lässt“, erläutert der Leiter des IFM, Prof. Markus Böl. Mithilfe dieses Modells solle geklärt werden, welche Prozessschritte in der Erntekette kritisch seien und Beschädigungen im Innern der Kartoffelknolle verursachten.

Kartoffel-Projekt mit 500.000 Euro gefördert

Das Forschungsteam will nach eigenen Angaben unter anderem ein Materialmodell entwickeln das elastische, viskose und plastische Verformungen der Kartoffelknollen abbildet. Hierfür würden die Knollen in unterschiedlichen Materialversuchen beprobt, und auch der Einfluss von Zelleigenschaften auf das Materialverhalten werde untersucht.

Experimentell erforscht werde außerdem die Rate der Kartoffelverfärbung infolge von Beschädigungen sowie das mechanische Stoßverhalten einzelner Kartoffeln. Zudem werde die Kartoffeloberfläche vor und nach der Belastung vermessen, um bleibende Verformungen zu bestimmen. Das Forschungsprojekt hat nach Angaben der Universität eine Laufzeit von drei Jahren. Der Start ist für Januar 2021 geplant. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund 500.000 Euro.

Mit Material von AgE

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