geschnittenes Roggenbrot
Janina Schuster | am

Tag des Brotes: Deutsches Brot für Großbritannien

Deutschland ist bekannt für gutes Brot, auch über die Grenzen hinweg. In Großbritannien ist unser Brot nämlich weiter auf dem Vormarsch, wovon unsere Bäckereien ebenso profitieren wie große Ketten. Seit Januar haben jedoch vor allem die Selbständigen ein Problem.

"Deutsches Brot ist trotz Brexits weiter im Aufwind, denn über die letzten Jahre haben auch viele Supermarktketten Backstuben in ihre Märkte integriert", sagt Ulrich Hoppe, Chef der deutsch-britischen Industrie- und Handelskammer in London. Kaum eine große britische Handelskette verzichtet auf "German Style Bread". Die Gründe hierfür sieht Hoppe unter anderem in der Einwanderung aus Mittel- und Osteuropa. Doch auch viele britische Konsumenten schätzten die Vielfalt des Angebotes von unterschiedlichen Backwaren.

Die Toast-Nation entdeckt den Roggen

Von der gestiegenen Nachfrage profitieren auch deutsche Bäcker, die im Königreich leben. Petra Braun bietet im Südwesten Londons ihr deutsches Brot an. Im Delikatessenladen "Hansel & Pretzel" vertreibt sie mit einem Partner Brot aus der Heimat. Und das kommt gut an. Das Geschäft ist fest in der Gemeinde verankert. Waren es zu Anfang noch viele Deutsche, die im Bezirk Richmond wohnten und auf "ihr Brot" nicht verzichten wollten, hat sich dies nun geändert: "Anfangs waren es etwa drei Viertel Deutsche und ein paar wagemutige Engländer. Jetzt ist es eher fifty-fifty", erzählt Braun.

Brexit bringt Probleme mit sich

Mit dem Brexit ergaben sich für die deutschen Bäckereien in Großbritannien neue Probleme. Zwar sei Braun bestrebt, so viel Rohmaterial wie möglich in England zu bekommen, dennoch müsse bei gewissen Produkten auf Importe zurückgegriffen werden. "Weizenmehl in Großbritannien kommt oft aus Kanada, dort wird ein anderer Klebeanteil verwendet", erklärt Braun. "Das wird dann einfach anders." Dabei sei die Grundidee ja, dass es schmecken soll wie in Deutschland. Sicher sei der Import der Brotzutaten an sich nicht schwieriger geworden seit dem endgültigen EU-Austritts Großbritanniens, doch habe sich der Aufwand drastisch erhöht. Die Vorbereitung der Zollerklärungen nehme nun Stunden ein, sagt Braun. "Es ist nicht nur drei Mal teurer, sondern der zeitliche Aufwand ist mindestens drei Mal so hoch."

Mit Material von dpa
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