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Dirk Wollenweber, Zuckerrübenanbauerverband Südniedersachsen e.V. | am

Tipps zum Kampagnenstart Zuckerrüben

Die Zuckerrübenernte hat begonnen und auch die Verarbeitungskampagne in den niedersächsischen Zuckerfabriken ist gestartet. Erwartet wird vielerorts eine gute Durchschnittsernte. Welche Herausforderungen gibt es in diesem Jahr?

Spätkeimer und Etagentrüben im Frühjahr, Trockenheit im Sommer und hoher Blattkrankheitsdruck trübten zunächst den Blick auf die diesjährige Rübenernte. Doch zurzeit präsentieren sich die meisten Rübenbestände ganz ordentlich und auch die letzten Proberodungen stimmen optimistischer. Allerdings mit deutlichen Schwankungen von Standort zu Standort.

Schwächere Standorte zuerst roden

Bei mehreren Lieferterminen sollten die schwächeren Standorte zuerst gerodet werden und die Flächen mit hohem Zuwachspotenzial für die spätere Erntetermine vorgesehen werden. Schläge mit guter Wasserversorgung, hoher Bestandesdichte, gleichmäßigem Wuchs und blattgesunde Bestände lassen deutlich mehr Zuwachs erwarten als z.B. blattkranke Schläge. Da jedoch weiterhin wenig Wasser im Boden zu finden ist, sind die weiteren Zuwächse von den Niederschlägen in den nächsten Wochen abhängig.

Überrüben vermarkten

Klarheit besteht bereits bei den Überrübenpreisen. Die Nordzucker AG und der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ) haben sich auf einen Mindestpreis für Überrüben von 12,50 €/t bei 16 % Zuckergehalt zuzüglich Polarisationszuschlag, Rübenmarkvergütung und Früh- bzw. Spätlieferausgleich abzüglich Transportkosten bis zum Bezugspunkt verständigt. Das ist der gleiche Preis wie im Vorjahr.

Neu ist, dass es sich dabei um einen Mindestpreis handelt, der individuell durch das zuständige Agricenter noch erhöht werden kann. Der Anbauer kann über die Vermarktung selbst entscheiden. Er kann die Überrüben an interessierte Abnehmer verkaufen oder es besteht die Möglichkeit, Überrüben bis zu 10 % der Vertragsmenge auf das nächste Jahr vorzutragen.

Schäden melden

Flächen, die z.B. durch Schädlinge oder Trockenheit geschädigt wurden, sollten dokumentiert werden und die mögliche Ertragsminderung zeitnah dem zuständigen Agricenter gemeldet werden. Gemäß Zuckerrübenlieferungsvertrag wird bei Einhaltung der Nordzucker-Anbauempfehlung oder bei Eintreten höherer Gewalt (z.B. Dürre, Hagel…) kein Nichterfüllungsbeitrag erhoben.

Viröse Vergilbung

Auf einigen Flächen sind gelb verfärbte Rübenblätter zu finden. Dies kann viele Ursachen haben, im Zweifel ist ein Anbauberater einzubeziehen. Durch Blattlausbefall kann die Viröse Vergilbung übertragen worden sein. Oft nur auf Einzelpflanzen, ohne dass die Infektion im Bestand weitergetragen wurde. Denn Gegenspieler wie Marienkäfer oder eine Insektizidbehandlung haben die Läuse bekämpft und die Ausbreitung verhindert. Ab und zu finden sich aber auch größere Befallsnester.

Typischerweise ist die Viröse Vergilbung gut an mittelalten und älteren Blättern zu finden. Dort erfolgt die Vergilbung von der Spitze her, von der sie sich später über das ganze Blatt ausbreitet. Die Blattadern sind zum Teil noch grün. Ist die Vergilbung fortgeschritten, leuchten die Blätter stark gelb, sind verdickt und spröde.

Zerdrückt man diese in der Hand, entsteht ein knackendes Geräusch. Wenn entsprechende Symptome entdeckt werden, sollte mit dem Anbauberater die Möglichkeit zur Untersuchung verdächtiger Blätter genutzt werden. Letztlich geht es weiterhin auch darum, Argumente gegen die wettbewerbsverzerrenden Ungerechtigkeiten bei der Zulassung von neonikotinoiden Beizen in Europa zu sammeln.

Rübenmottenbefall

Auch in diesem Jahr ist vor allem in gestressten Beständen ein deutlicher Befall mit der Rübenmotte festzustellen. Durch die wüchsigen Witterungsbedingungen sind jedoch kaum Schäden oder Ertragsminderungen zu erwarten.

Bei der Ernte gilt es, mögliche Verluste zu vermeiden. Nur 5 % Rodeverluste entsprechen schon einem Rübengeldverlust von rund 100,- €/ha. Ziel muss sein, ganze Rüben mit Kopf, aber ohne Blattstiele zu ernten. Die wegen der Trockenheit verzettelt aufgelaufenen Bestände (Etagenrüben) sind in diesem Herbst eine besondere Herausforderung für Fahrer und Maschine.

Reinigungsleistung nutzen

Auch die oftmals massive Spätverunkrautung ist eine Besonderheit dieses Anbaujahres. Lieferungen mit Unkrautbesatz können in der Zuckerfabrik zu erheblichen Problemen bei der Verarbeitung führen. Der Lademaus kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Bei Unkrautbesatz in der Miete muss die schnelle Verladung in den Hintergrund treten und die maximale Reinigungsleistung der Maschine genutzt werden.

Ein weiterer Aspekt bei der Verladung: Die Nutzung der Wassersprüheinrichtung kann Bruchverluste insbesondere bei trockenen und welken Rüben verringern. Die Rübenverluste werden schon durch geringste Mengen Wasser spürbar vermindert.

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