Traktor von hinten der Gülle ausbringt
Christel Grommel | am

Trend zu weniger Mineraldünger

Niedersachsens Landwirte setzen weniger Mineraldünger ein und die schwarze Null rückt näher. Das bestätigt die Statistik.

In der Düngebilanz, d.h. die Differenz zwischen dem theoretisch errechneten Düngebedarf und der tatsächlichen Stickstoffdüngung, rückt die schwarze Null in direkte Nähe. Der Wert lag im Düngejahr 2018/19 schon auf einem niedrigen Wert, es waren zwölf Kilogramm je Hektar. Die Tendenz lässt noch einen weiteren Rückgang erwarten.

Landvolkvizepräsident Hennies erklärt den Trend: "Die Landwirte setzen den Stickstoff sehr überlegt ein, zunehmend ersetzen auch Ackerbauern Mineraldünger durch den Wirtschaftsdünger aus der Viehhaltung." Somit schließt sich der Nährstoffkreislauf: Ackerbauern verkaufen Getreide als Futtermittel und erhalten den wirtschaftseigenen Dünger in Form von Gülle und Mist zurück.

Willen zum Wasserschutz

Das Bundesamt für Statistik weist für das erste Quartal 2020 den niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre aus: 46.438 Tonnen Rein-Stickstoff. Für das gesamte Düngejahr wurden bislang etwa 145.000 t N verkauft.

Hennies erkennt darin ein positives Signal: "Die Absatzstatistik untermauert die Anstrengungen der Landwirte, ihre Düngung streng am Bedarf auszurichten und bevorzugt Wirtschaftsdünger einzusetzen." 

Nach den bisherigen Verkaufszahlen weist das zweite Quartal einen Stickstoffabsatz in Höhe von maximal 70.000 bis 80.000 t aus. In der Summe dürfte sich der Stickstoffdüngereinsatz für das gesamte Düngejahr 2019/20 damit deutlich reduzieren und voraussichtlich weit unter dem Wert von 220.000 t im Düngejahr 2018/19 liegen. Im Schnitt der Jahre 2010 bis 2015 lag der Wert bei um die 280.000 t.

Hennies ist auch Vorsitzender im Umweltausschuss des Verbandes. Er wertet den sparsamen Einsatz von Dünger als echten Willen zum Wasserschutz. Zugleich bleibt er realistisch: "Auch unsere Pflanzen müssen ihrem Bedarf entsprechend mit Nährstoffen ernährt und versorgt werden. Eine zu strikte Diät geht zu Lasten des Ertrages und verursacht zusätzlich deutliche Qualitätseinbußen." Eine ausgeglichene Düngebilanz steht dagegen für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Düngereinsatz.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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