Weizen

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Janina Schuster | am

Wie unabhängig ist Deutschland von Weizenimporten?

In der Woche vom 7. Bis zum 13. März stieg die Nachfrage nach Mehl um das Dreifache an. Hamsterkäufe und daraus resultierende leere Supermarktregale folgten. Doch steht es wirklich so schlimm um die Versorgung mit Weizen?

„Bitte keine Hamsterkäufe, dafür besteht kein Anlass. Wir haben die Versorgung sichergestellt“, sagte Grünen-Politiker Cem Özdemir vor dem Hintergrund veröffentlichter Zahlen des statistischen Bundesamtes. Diese veranschaulichten zuletzt einen Trend, den Verbraucher bereits zu spüren bekamen: Leere Regale im Supermarkt. Das statistische Bundesamt führte den hochschnellenden Anstieg des Umsatzes auf den Kriegsausbruch Ende Februar zurück. Zugleich gab das Amt bekannt, dass die veröffentlichten Zahlen im Abgleich mit anderen Anstürmen auf Produkte gegen eine großflächige Unterversorgung in Deutschland sprächen.

Selbstversorungsgrad ist hoch

Dabei gibt es wenig Anlass zur Sorge, denn der Grad der Selbstversorgung für Weichweizen liegt bei 125 Prozent. Weichweizen wird für die Mehlproduktion verwendet. Mit 113 Prozent deckt die heimische Landwirtschaft auch den Eigenbedarf Deutschlands an Gerste. Ein Getreide, das für Brauereibetriebe von Bedeutung ist. Der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zufolge droht demnach kein Engpass für diese beiden Anbauprodukte. Importe seien somit nicht nötig.

Blühstreifen.jpg

Was muss importiert werden?

Anders sieht das bei Roggen, Triticale und Körnermais aus: der Selbstversorgungsgrad liegt für diese Anbauprodukte unter 100 Prozent. Um die Supermarktregale zu füllen, müssen sie importiert werden. Aus den Daten der Bundesanstalt geht nicht hervor, wie hoch der Anteil Russlands und der Ukraine an den Importen dieser Güter ist.

Mit diesen Produkten decken wir selbst den Bedarf

2019 veröffentlichte der Deutsche Bauernverband (DVB) Zahlen über weitere landwirtschaftliche Produkte und ihre Versorgungsgrade. So deckt die inländische Produktion den Bedarf an Kartoffeln (138 Prozent), Käse (121 Prozent), Schweinefleisch (120 Prozent) und Milch (112 Prozent). Wohingegen eine Importabhängigkeit bei Gemüse und Obst besteht. Lediglich 36 Prozent bei Gemüse und 22 Prozent bei Obst können selbständig abgedeckt werden.

Mit Material von noz, Statistisches Bundesamt
imago0152527870h.jpg

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Milch und Klimaeffizienz - das geht zusammen
  • Legehennenhaltung: gut, wer zeitig eingestiegen ist
  • Podcast: Ein Mann ist keine Altersvorsorge!
  • Leserreise: Landwirtschaft auf Teneriffa

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen