Beim Kartoffelfeldtag der LWK Niedersachsen stehen die Besucher am Ackerrand.
Birgit Greuner | am

Vechta: Bei Kartoffelanbau ist Trockenheitsresistenz immer wichtiger

Die Trockenheit 2018 und 2019 sowie ihre Folgen waren zentrale Themen beim Kartoffel-Feldtag der LWK Niedersachsen in Goldenstedt, Landkreis Vechta.

Die Folgen des Regendefizits in den Kartoffelsorten-Versuchen waren unverkennbar. Die 170 Besucher des Feldtages der LWK Niedersachsen in Goldenstedt im Kreis Vechta hatten ein zentrales Thema. Das war die Trockenheit 2018 und 2019 und die Folgen für den Kartoffelanbau.

Allerdings waren am Standort Goldenstedt in den zurückliegenden drei Monaten bis Anfang der 33. Kalenderwoche 120 Millimeter gefallen. So war man dort noch vergleichsweise gut davongekommen.

Unterschiede in der Trockenheitsresistenz sorgten dennoch für ein „buntes“ Bild auf den Versuchsparzellen. Während diese Sorteneigenschaft in der Vergangenheit eher eine untergeordnete Rolle spielte, wird sie künftig bei der Anbauentscheidung immer wichtiger werden, so der Tenor des Feldtages.

Wirkung von Pflanzenschutzmitteln reduziert

Die Trockenheit hat augenscheinlich auch die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln reduziert. Die Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln in Folgekulturen wie Getreide oder Mais zeigte oft nicht den erwarteten Effekt. So hofft die Praxis jetzt auf einen harten Winter, der die unerwünschten Knollen abfrieren lässt.

Ein weiteres Pflanzenschutzthema, das die Kartoffelanbauer interessierte, war der Wegfall bewährter chemischer Mittel. Dafür gibt es keinen adäquaten Ersatz. Dabei geht es zum Beispiel um die Reduzierung des Kartoffelkrauts vor dem Roden. Künftig stehen dafür kaum noch wirksame Präparate zur Verfügung. Intensiv diskutiert wurde auf dem Feldtag die Frage, inwieweit mechanische Methoden eine Alternative sein können, zum Beispiel das Abhäckseln des Krauts.

Neuentwickelte Granulate vorgestellt

In den Düngungsversuchen wurden die Vorgaben der novellierten Düngeverordnung aufgegriffen. Die Fachleute diskutierten die Fragen, wie mit einer weiter eingeschränkten Düngung umgegangen und wie die Effizienz der Stickstoffdüngung verbessert werden kann.

Um die Pflanzen optimal mit Phosphat zu versorgen, wurden neuentwickelte Mikrogranulate vorgestellt. Und bei der Düngung mit Kalium, die für bessere Erträge und Qualitäten verabreicht wird, erhofft man sich auch im Hinblick auf die Trockenheit positive Effekte.

Mehr zur Situation der Kartoffelbauern in Niedersachsen lesen Sie in einer der nächsten LAND & Forst-Ausgaben.

Mit Material von LWK Niedersachsen
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