Gerhard Schwetje, Präsident der LWK.
Ellen Hartmann | am

Viele regionale Unterschiede bei der Ernte 2021

In diesem Jahr fällt die Ernte der niedersächsischen Acker- und Futterbaubetriebe zufriedenstellend aus. Das hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) heute (5. Oktober) mitgeteilt.

Laut Gerhard Schwetje, Präsident der LWK, gebe es beim Ertrag und der Qualität jedoch regional deutliche Unterschiede. So seien die Erntemengen beim Getreide und beim Raps in einigen Regionen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Futterbaubetriebe hätten zwar wieder größere Reserven anlegen können, doch die Qualität sei schlechter als in den Vorjahren. Grund hierfür seien kühles Wetter und Nässe. 

Witterung schuld am Ernteertrag

In diesem Jahr habe es mehr geregnet als in den Vorjahren. Daher seien die Startbedingungen für Ackerkulturen wie Mais und Getreide sowie für Gräser auf Grünland gut gewesen. "Eine ungleiche Verteilung des Regens, niedrige Temperaturen im Frühjahr und eine kurze Hitzewelle im Juni aber sorgten dafür, dass sich insbesondere das Getreide mancherorts nicht optimal entwickelte", erklärte Schwetje. Derzeit sei die Nachfrage nach Getreide weltweit sehr groß, die Erzeugerpreise seien im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Beim Raps zeichne sich ein gemischtes Bild ab: zwar seien die Erträge geringer als gedacht ausgefallen, doch die Betriebe könnten gute Preise erzielen. Bei den Kartoffeln habe die Feuchtigkeit die Entwicklung von Pflanzenkrankheiten begünstigt und Spitzenerträge verhindert.

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Einschränkungen beim Düngen und bei Pflanzenschutzmitteln

Zusätzlich zum Wetter hätten die Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr auch mit mehr Natur- und Artenschutz zu kämpfen gehabt. Denn gerade beim Düngen und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gebe es Einschränkungen. Die LWK schaut jedoch auch positiv in die Zukunft und sieht gerade in der Digitalisierung eine Chance für die Landwirtschaft. So könnten Maschinen und Anwendungen dabei helfen, die Qualität im Ackerbau zu sichern und Betriebsabläufe zu verbessern. Hier solle das vom Land finanzierte Projekt "Praxislabor Digitaler Ackerbau" neue Erkenntnisse liefern. 

Die Digitalisierung als Hoffnungsträger

"Mit Hilfe von Satelliten- und Bodenanalysedaten, mit speziellen Drohnen- und Luftbildern, mit Informationen weiterer Sensoren und digitalen Karten untersuchen wir, wie gut die Bearbeitung von Ackerflächen mit computergesteuerten Landmaschinen funktioniert", so Jobst Gödeke, Leiter des Praxislabors. Ziel des Projektes seien konkrete Empfehlungen für die Betriebe, wie sie mit moderner Technik gleichmäßig gut entwickelte Pflanzenbestände und gute Erträge erreichen können. Zusätzlich solle an Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel gespart und die Umwelt geschützt werden. "Wer diese digitalen Werkzeuge richtig handhabt, wird mit optimierten Betriebsabläufen und Einsparungen bei den Betriebsmitteln belohnt", so Gödeke. 

Ernte 2021 im Vergleich zu 2020:

Anbauflächen, Erträge und Erlöse von Landwirten in Niedersachsen 2021 im Vergleich zu 2020

Übersicht der Ernteergebnisse in Niedersachsen:

  • Die Getreideernte fiel laut dem Landesamt für Statistik mit 5,4 Tonnen leicht höher aus als im Vorjahr. Jedoch wurde der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um 3,5 Prozent verfehlt. Die Anbaufläche für Winterweizen, Roggen und Körnermais wurde zwar ausgeweitet, die Anbaufläche für Sommerweizen (-42 Prozent) und Sommergerste (-29 Prozent) sank jedeoch. 
  • Auf 71 Dezitonnen pro Hektar ist der durchschnittliche Getreideertrag pro Hektar 2021 gestiegen. Winterweizen, Sommerweizen und Sommergerste erreichen den Vorjahreswert allerdings nicht. 
  • Die Anbaufläche beim Raps hat sich im zweiten Jahr in Folge erhöht und liegt bei 79.500 Hektar. Trotz regional schwankender Erträge liegt die Rapsernte 2021 über dem Vorjahresertrag und auch über dem Fünf-Jahres-Schnitt. 
  • Die Anbaufläche von Kartoffeln ist erstmal seit vielen Jahren zurückgegangen. Dennoch wachsen weiterhin 45 Prozent der deutschen Knollen in Niedersachsen. 
  • Bei den Zuckerrüben werden gute Rübenerträge erwartet. Sie sollen bei im Durchschnitt bei 80 Tonnen je Hektar liegen - und damit 5 Tonnen über dem Vorjahreswert. 
  • Beim Mais rechnet die LWK ebenfalls mit guten Erträgen. Die Anbaufläche blieb gegenüber 2020 mit 600.000 Hektar (Silomais, Mais für Biogasanlagen, Körnermais, Mischkulturen) konstant. 
Mit Material von LWK & dpa
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