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Andrea Winterling, Florian Jobst, Peer Urbatzka, LfL, Ökologischer Landbau, Miriam Ostermaier , Staatliche Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung Ökologischer Landbau, Manuel Deyerler, Markus Heinz, LLA Triesdorf | am

Weiße Lupine: So gelingt der Anbau

Während es lange Zeit still war um die Weiße Lupine, gewinnt sie mit den zwei neuen, anthraknose-toleranten Sorten an Bedeutung. Fünfjährige Feldversuche zeigen, wie der Anbau im Ökolandbau gelingt.

Der Anbau der Weißen Lupine (Lupinus albus) ist auf fast allen Böden mit pH-Wert < 7 ohne Staunässe möglich. Sie hat viele positive pflanzenbauliche Eigenschaften:

  • Sie kann in Symbiose mit Knöllchenbakterien Stickstoff fixieren.
  • Durch saure Wurzelausscheidungen mobilisiert sie Nährstoffe wie Phosphor.
  • Mit ihrer tiefreichenden Pfahlwurzel lockert sie den Boden und verbessert damit die Bodenstruktur.
  • Die Lupine ist relativ trockenheitsverträglich, sofern der Boden eine tiefe Durchwurzelung erlaubt.
  • Im Korn- und Proteinertrag ist die Weiße Lupine ihren beiden Verwandten, der Gelben Lupine (L. luteus) und der als Blaue Lupine bekannten Schmalblättrigen Lupine (L. angustifolius), überlegen – außer auf leichten, trockenen Sandstandorten.

Hoher Proteingehalt

Mit ihrem hohen Proteingehalt von 35 bis 40 % in der Trockenmasse kann die Weiße Lupine wertvolles heimisches Eiweiß für die Tierernährung liefern. Sie besitzt kaum antinutritive Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Soja muss sie für die Fütterung nicht aufbereitet werden. Bei der Verfütterung ist der Alkaloidgehalt (Bitterstoffgehalt) in der gesamten Futterration zu beachten (Richtwert < 0,05 %).

In der Lebensmittelbranche ist in den letzten Jahren ein innovativer Nischenmarkt entstanden. Hier ist ein Richtwert von < 0,02 % für Lupinensamen und mit Lupinensamen hergestellte Lebensmittel verbreitet.

Schwankender Alkaloidgehalt

Der Alkaloidgehalt der Lupinen schwankt oft stark, abhängig von Sorte, Standort und Jahr und weiteren Umwelteinflüssen wie Trockenheit. Wenn eine Vermarktung als Speiseware geplant ist, sollten die Anforderungen an die Ware unbedingt vorher mit dem Abnehmer geklärt und bei der Sortenwahl beachtet werden. Wenn von Seiten des Verarbeiters ein Alkaloidgehalt von 0,02 % gefordert wird, ist aufgrund des großen Umwelteinflusses aktuell bei keiner Sorte eine Vermarktung in die Humanernährung garantiert.

Problem: Anthraknose

Bisher fand der Anbau der Weißen Lupine in Deutschland nur in sehr begrenztem Umfang statt. Die Hauptursache dafür war die hohe Anfälligkeit gegenüber der Pilzkrankheit Anthraknose (Colletotrichum lupini), auch als Brennfleckenkrankheit der Lupine bekannt. Diese Krankheit hat den Anbau der Weißen Lupine Mitte der 1990er Jahre in ganz Deutschland nahezu zum Erliegen gebracht.

Der Schaderreger befällt alle Lupinenarten, wobei die Anfälligkeit von der Weißen über die Gelbe bis zur Blauen Lupine abnimmt. Der Pilz ist samenbürtig und kann sowohl an der Samenoberfläche als auch im Samen überdauern. Bereits ein geringer Befall am Saatgut kann zu einem Totalausfall führen. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung ist die Verwendung von anthrak-nosefreiem Z-Saatgut. Dies ist ohnehin verpflichtend und ein Nachbau ist nicht erlaubt.

Fünfjährige Versuche

Um Anbauempfehlungen für die neuen Sorten zu entwickeln, untersuchte die LfL in Kooperation mit den LLA in einem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geförderten Folgeprojekt von 2015–2020 verschiedene Anbauverfahren der Weißen Lupine. Dazu erfolgten Feldversuche an den bayerischen Standorten

  • Puch: Oberbayern, sandiger Lehm, pH-Wert zwischen 6,1 und 6,4;
  • Triesdorf: Mittelfranken, sandiger Lehm bzw. lehmiger Sand, pH-Wert zwischen 5,8 und 6,4.

Die Prüfung umfasste verschiedene Saatstärken (40, 60, 80 Körner/m²) und unterschiedliche Regulierungsstrategien gegenüber Beikraut in Abhängigkeit des Reihenabstands. Untersuchungsgegenstand waren der Einfluss auf den Ertrag und die Qualität sowie auf die Verzweigung, den Hülsenansatz und die Kornausbildung.

Empfehlungen für den Anbau

Aus den Feldversuchen lassen sich folgende Empfehlungen für Anbau ableiten:

  • Für den Anbau der Weißen Lupine ist eine Saatstärke von 60 Körnern/m² zu empfehlen.
  • Eine Saatstärke von 80 Körnern/m² kann den Ertrag verbessern.
  • Die Aussaat von 40 Kör- nern/m² spart zwar Saatgutkosten, ist aber zu gering.
  • Die einzelnen Pflanzen können die geringere Saatstärke, trotz einer stärkeren Verzweigung und der Ausbildung von mehr Hülsen mit mehr Körnern pro Hülse, nicht ausgleichen.
  • Bei einem geringen Beikrautdruck kann ein enger Reihenabstand von 12,5 cm höhere Erträge bringen als weitere Reihenabstände mit zusätzlichem Hackeinsatz zur Beikrautregulierung.
  • Wird der Striegel- und Hackeinsatz kombiniert, sollte die Aussaatstärke leicht erhöht werden.

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