Weizenfeld wird mit Mähdrescher geerntet
Christel Grommel | am

Weizen noch unter Vorjahresniveau erwartet

Die Erntemenge von Winterweizen wird dieses Jahr laut Pressemitteilung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) noch unter dem schwachen Vorjahresniveau liegen.

Das diesjährige Ergebnis soll mit 22 Millionen Tonnen um 3,3 Prozent unter Vorjahr und etwa acht Prozent unter dem FünfJahres-Schnitt liegen. Dennoch stellt der Winterweizen aber weiterhin zirka die Hälfte der deutschen Getreideernte. Bei dieser passt der DRV seine Prognose nach unten an. Die Experten gehen nun von 44,6 Millionen Tonnen aus.

Der Grund für diese Prognose ist hauptsächlich die deutlich geringere Anbaufläche. Ob die prognostizierte Menge auch gedroschen wird, hängt von dem Witterungsverlauf in den kommenden Wochen ab: "Die Regenfälle der vergangenen zwei Wochen haben insgesamt für Entspannung gesorgt. Sie reichen aber in vielen Regionen nicht aus, um bestehende Wasserdefizite auszugleichen", ergänzt DRV-Getreidemarktexperte Seedler.

Deutschland ist damit in Europa keine Ausnahme. In Frankreich und Großbritannien konnten viele Flächen aufgrund der starken Herbstniederschläge nicht bestellt werden. In Frankreich ging die Anbaufläche für Weizen um knapp zehn Prozent zurück.

 

Versorgung am Markt weiter gut

Sorgen um das Brotgetreide müssen sich die Verbraucher allerdings nicht machen. In allen anderen Anbaugebieten werden weiter gute bis sehr gute Ergebnisse erwartet. Entscheidend für die Versorgung wird eine funktionierende Logistik sein. "Die Getreidebranche hofft, dass die Warenströme, insbesondere durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, nicht ins Stocken geraten oder sogar unterbrochen werden", so Seedler.

Der deutsche und europäische Weizenexport wird zurückgehen, nachdem es 2019 einen Boom gab. 

Aufgrund der geringeren Anbaufläche insbesondere von Winterweizen hat sich die Aussaatfläche von Sommergetreide erhöht. Die Anbauflächen für Sommergerste werden von den Statistikern bei 367.000 Hektar gesehen (plus 3 Prozent), Hafer und Körnermais bei 162.000 und 460.000 Hektar. Dies entspricht einem Plus von 28 Prozent und knapp elf Prozent.

Mit Material von DRV

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