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Edith Kahnt-Ralle | am

Welche Körnermaissorten in Niedersachsen anbauwürdig sind

Der Landessortenversuch Körnermais 2019 belegt, dass dank der intensiven Züchtung auch für die Körnermaisnutzung sehr ertragsstarke Sorten zur Verfügung stehen.

In den vergangenen zwei Jahren wurde den Maissorten durch sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen sehr viel abverlangt. Bei der Sortenwahl ist deshalb zu beachten, dass vor allem Sorten anbauwürdig sind, die unter unterschiedlichen Voraussetzungen konstante Leistungen zeigen. Die Wahl der Körnermaissorte für den eigenen Standort sollte deshalb auf mehrjährigen Ergebnissen basieren.

Während der Blüte, zum Teil auch bereits während des Fahnenschiebens, herrschten 2019 sehr hohe Temperaturen um 40 °C, die das Schieben der Narbenfäden und damit die Befruchtung der Kolben negativ beeinflussten. Sorten, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer empfindlichen Phase befanden, konnten hier bereits beeinträchtigt worden sein.

Die ab Juni vor allem im nördlichen und östlichen Bereich einsetzende Trockenperiode erschwerte besonders auf den leichteren Standorten die Kolbenentwicklung der Maispflanzen. Diese auf zahlreichen Standorten bis in den September anhaltende Trockenheit begrenzte entsprechend die Ertragsleistungen. Aufgrund schwacher Kolbenausbildungen wurden viele Körnermaisbestände in der Praxis vorzeitig als Silomais geerntet, aber auch,  weil sich zu diesem Zeitpunkt Futterknappheit abzeichnete.

Versuchsstandorte

Um dem zunehmenden Wunsch der Anbaudiversifizierung in den Ackerbauregionen Rechnung zu tragen, wurden mit den Standorten Cramme (LK Wolfenbüttel) und Göttingen zwei zusätzliche Versuchsstandorte angelegt. Zusammen mit dem bereits installierten Standort Poppenburg (LK Hildesheim) sowie durch die Einbeziehung des Nordrhein-Westfalen(NRW)-Standortes Haus Düsse stehen für diese Anbauregion Südöstliches Niedersachsen aussagekräftige Ergebnisse zur Verfügung. Sie werden unter anderem durch Wertprüfungen am Standort Einbeck ergänzt. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, zusätzliche Ergebnisse der Vorjahre mit einfließen zu lassen.

Anbauregion Weser-Ems

Die Anbauregion Südliches Weser-Ems wird durch die langjährigen Standorte Astrup, Essen, Lohne-Wietmarschen und Borwede sowie den NRW Standort Ostenland-Delbrück dargestellt. Auch in dieser Anbauregion kann für die mehrjährige Verrechnung auf weitere Vorprüfungsstandorte mit Wert- bzw. EU-Prüfungen zurückgegriffen werden.

Etwas problematisch ist die Datenbasis für die nördliche Anbauregion Weser-Elbe, da die beiden Standorte Wehnen (WST) und Rockstedt (ROW) trockenheitsbedingt 2019 nicht berücksichtigt werden konnten. So wurden in die aktuelle Auswertung die angrenzenden Standorte Borwede, Astrup, Cramme und Poppenburg, die zum Teil auch durch die Trockenheit beeinflusst wurden, einbezogen.

Bei der Sortenbeurteilung sollten vor allem für diese Anbauregion vornehmlich die mehrjährigen Ergebnisse betrachtet werden, da darin die für die Region repräsentativen Standorte und Vorprüfungsergebnisse mit einbezogen sind.

53 Sorten geprüft

2019 wurden in den Landessortenversuchen insgesamt 53 Sorten geprüft, die sich in der Reifezahl zwischen K 190 bis zu K 250 bewegen. Da in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Sorten vom Bundessortenamt zugelassen worden ist, wurde versucht, diese weitestgehend auch im LSV zu prüfen.

Auf Grund der schwierigen Sortenbeurteilung im vergangenen Jahr wurde vielen der 2017 und 2018 neu hinzugekommenen Sorten die Möglichkeit eines weiteren Prüfjahres eingeräumt. 2019 sind wieder 17 neue Sorten aufgenommen worden. Künftig muss es jedoch das Ziel sein, den Prüfumfang deutlich zu reduzieren, um sich auf die relevanten Prüfkandidaten zu konzentrieren und damit die Sortenbeurteilung überschaubarer zu machen.

Tabelle: Sortenempfehlungen

Sortenempfehlungen-Koernermais-2020

Bei dem Wunsch nach stärkerer Anbaudiversifizierung kann Körnermais sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten. Besonders unter den Vorgaben der neuen Düngeverordnung sind Mais und Zuckerrüben am ehesten in der Lage, mit reduzierter Stickstoffdüngung hohe Erträge zu erzielen.

Mit Material von Autor: Carsten Rieckmann, LWK Niedersachsen

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