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Dr. Ulrich Lehrke, LWK Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover | am

Zuckerrüben: Böden optimal zur Saat vorbereiten

Die Zuckerrübe ist perfekt für den Klimawandel, das hat sie in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Jetzt, Ende März, beginnt die Aussaat. Wir haben ein paar Tipps zur optimalen Vorbereitung für Sie.

Eine intensive Bodenbearbeitung im Frühjahr fördert die Erwärmung der Böden und trägt damit auch zu einer Verbesserung der Mineralisation der Nährstoffe bei. Gleichzeitig beschleunigt sich das Wachstum der jungen Pflanzen. Eine intensive Lockerung im Frühjahr zur Saat verbraucht jedoch auch Wasser. Daher muss diese an die Standortverhältnisse angepasst werden. Besonders auf den dichtlagernden schluffigen und sandigen Böden sollte im Frühjahr nach Möglichkeit eine tiefere Bearbeitung erfolgen.

Bearbeitung durch Grubber und Pflug

Dazu eignen sich Grubber oder Pflug. Allerdings hat sich die pfluglose Bestellung aus verschiedenen Gründen in den letzten Jahren bewährt. Neben höheren Kosten, führt das Pflügen unter anderem zu höheren Wasserverlusten und das "Vergraben" der organischen Substanz − auch von im Frühjahr gedüngten Wirtschaftsdüngern − mindert die Nährstoffeffizienz. Weitere Nachteile des Pflügens sind die höhere Erosionsgefahr sowie die schlechtere Tragfähigkeit der Böden. Zudem müssen die gepflügten Böden mit großem Aufwand wieder rückverfestigt werden.

Verzicht auf nichtselektives Herbizid

Durch das Pflügen kann jedoch auf den Einsatz eines nichtselektiven Herbizides verzichtet werden und die Pflugfurche erleichtert den Einsatz der Hackmaschine. Der Grubber lässt sich jedoch im Frühjahr optimaler an die Standortverhältnisse anpassen. Die Arbeitstiefe kann hier zwischen 10 bis 30 Zentimetern variiert werden. Voraussetzung für einen erfolgreichen pfluglosen Anbau ist allerdings, dass der Grubber möglichst einen engen Strichabstand von etwa 20 Zentimeter hat. Im Frühjahr sollten keine Flügelschare eingesetzt werden, da sie zu einer Verdichtung der Mittelkrume führen. 

Böden rückverfestigen

Nach der Lockerung muss in den meisten Fällen noch eine zusätzliche Saatbettbereitung erfolgen. Vor allem bei Trockenheit sollte zwischen der Bodenlockerung und der Saatbettbereitung möglichst wenig Zeit liegen, um den Wasserverbrauch zu begrenzen. Bei sehr guter Rückverfestigung durch den Grubber sowie bei Verwendung sehr schwerer Sämaschinen kann gegebenfalls auf die Saatbettbereitung verzichtet werden.

Optimale Bestandsdichte

Die optimale Bestandsdichte muss vor dem Hintergrund des Rübenertrages, des Zuckergehaltes, der Qualität sowie der Rodbarkeit und des Erdanhanges betrachtet werden. Im besten Fall liegt sie daher auf den meisten Standorten zwischen 85.000 bis 95.000 Pflanzen/Hektar. In Hinblick auf die Rodbarkeit und den Erdanhang bereiten sehr hohe Bestandsdichten über 100.000 Pflanzen/Hektar Probleme, da die Zuckerrüben (besonders die zuckerreichen Sorten) sehr tief im Boden sitzen und durch die große Oberfläche immense Erdanhänge haben.

Amino-N-Gehalt

Bei dünnen Beständen sinkt der Zuckergehalt und die innere Qualität – besonders der für die Qualitätsprämie noch wichtigere Amino-N-Gehalt – steigt an. Der erwartete Feldaufgang ist die Entscheidungsgrundlage für die Wahl der Ablageentfernung, um die angestrebte Bestandsdichte zu erreichen. In den meisten Fällen schwankt die Ablageentfernung in den Betrieben zwischen 18 Zentimeter bei früher Saat und schlechten Feldaufgangsbedingungen sowie 22 Zentimeter unter optimalen Bedingungen. Ein hoher Feldaufgang zur Absicherung optimaler Bestandsdichten setzt jedoch neben der Verwendung von geprüftem Saatgut, eine optimale Aussaat der Zuckerrüben voraus.

Frühe Saattermine nutzen

 Aussaaten ab Ende März sind in den letzten Jahren fast Standard. Eine frühe Jugendentwicklung der Zuckerrüben ist bekanntlich eine Voraussetzung für hohe und stabile Erträge. Bestände, die bereits ab Ende Mai die Reihen schließen, bilden auch früher ein intensives Wurzelsystem aus. Die Rübe kann Wurzeltiefen von über zwei Metern erreichen und ist dann in der Lage, die Wasser- und Nährstoffvorräte der Böden optimal zu nutzen. Daher geht auch der Dünger- und der Beregnungsbedarf früh bestellter Bestände zurück.

Allerdings stehen dem auch Risiken wie Frostschädigung, Verschlämmung und Schosserbildung gegenüber. Daher sollten Frühsaaten in Regionen mit größeren Nachtfrostrisiken vermieden werden. Auch Standorte die zur Verschlämmung neigen, sind nicht für Frühsaaten geeignet. Bei Saaten im März sollte sowohl die Saatbettbereitung als auch die Saatstärke an die größeren Risiken angepasst werden.

Fazit

  • Zuckerrüben ziehen aus den Klimawandel den größten Nutzen.
  • Vor allem die frühe Saat im März sowie die hohen Temperaturen sorgen für eine optimale frühe Entwicklung der Bestände und mindern den Dünger- und Wasserbedarf.
  • Damit die Böden im Frühjahr schnell abtrocknen und auch mehr Stickstoff freisetzen, sollten die Zwischenfrüchte jedoch frühzeitig eingearbeitet werden.
  • Zur Saat empfielt es sich, vor allem dichtlagernde Böden tief zu lockern.
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