Zuckerrübe
Meinung | Werner Raupert | am

Zuckerrüben: Verzerrter Wettbewerb ist unerträglich

Moin liebe Leserinnen und Leser, die Zuckerrübenanbauer stecken in der Klemme. Vorbei sind die Zeiten, als die Rübe die Schwächen anderer Kulturen ausbügelte.

Nur die Schwäche der anderen Feldfrüchte hat diese Kultur in Zeiten unattraktiver Erzeugerpreise in der Spur gehalten. Preislich scheint die Zuckerrübe zumindest für das nächste Anbaujahr das Preistal zu verlassen. Die Rahmenbedingungen sind aber für den heimischen Zuckerrübenanbau nach wie vor völlig unbefriedigend.

Fair Play für heimische Zuckerrüben

Die Anbauerverbände bereiteten diese Missstände erst kürzlich mit der Aktion „Fair Play für heimische Zuckerrüben“ plakativ für die Öffentlichkeit auf. Jetzt ist die Politik gefordert. Ein erster kleiner Lichtblick ist, dass die niedersächsischen Politiker endlich die Rolle des Zuschauers verlassen haben und den Rübenanbauern beispringen.
Agrarministerin Barbara Otte-Kinast unterstützt den Antrag der SPD und CDU, Verantwortung für den ländlichen Raum zu übernehmen und den Erhalt der Wertschöpfungskette Zucker sicherzustellen. Das ist weitsichtig, denn an jedem Arbeitsplatz in der Zuckerindustrie hängen 14 weitere Arbeitsplätze im vorgelagerten Bereich.

Signal für die gebeutelte Branche

Mit dieser Initiative ist zwar noch nichts für die Bauern erreicht, aber dennoch kann der Antrag als Signal für die gebeutelte Branche gewertet werden. Lange hat die Politik nicht auf die massiven Wettbewerbsverzerrungen im europäischen Zuckerrübenanbau reagiert.

Die Folgen sind deutliche wirtschaftliche Einbußen der Landwirte, die den eigentlich so konkurrenzstarken Rübenanbau in Niedersachsen Stück für Stück nach unten gezogen haben. Um 35 Prozent sind die Preise innerhalb von nur 15 Monaten eingebrochen. Das geht an keinem Unternehmen spurlos vorbei.

Wettbewerbsverzerrung in der EU

Während die deutschen Anbauer ohne staatliche Beihilfen auskommen müssen, zahlen elf andere EU-Staaten mit dem Einverständnis Brüssels ihren Zuckerrüben-Anbauern gekoppelte Prämien von bis zu 630 €/ha. Diese Ungerechtigkeit ist unerträglich. Zu diesen Wettbewerbsverzerrungen in der EU kommen noch die auf dem Weltmarkt. So subventionieren Zuckererzeugerländer wie Brasilien, Indien oder Thailand direkt oder indirekt die Erzeugung beziehungsweise die Ausfuhr von Zucker auf den Weltmarkt.

EU-weite Verbote werden unterlaufen

Doch damit nicht genug. EU-weite Verbote von neonikotinoidhaltigen Beizen werden von vielen EU-Staaten durch Notfallzulassungen einfach unterlaufen. Deutschland fährt auch hier den harten Kurs und schmettert solche Anträge zum Leidwesen der Zuckerrüben-Anbauer ab.

Ein Anfang ist gemacht

Von gleichen Wettbewerbsbedingungen sind wir in der Europäischen Union also meilenweit entfernt. Zu allem Überfluss hat Brüssel auch innovative Zuchtverfahren wie CRISPR/CAS torpediert, die weltweit zum Wohle der Bauern bereits Anwendung finden.

Jetzt ist es an der Zeit zu handeln. Die niedersächsischen Politiker haben den Anfang gemacht, aber bei einem Antrag darf es nicht bleiben.

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