Zwischenfrucht
Dr. Iris Schaper, Annette Hoffmann, LWK Niedersachsen | am

Zwischenfruchtanbau mit Leguminosen richtig optimieren

Der Einsatz von Leguminosen in Zwischenfruchtmischungen ist gut geeignet, um die Entwicklung der Bestände abzusichern. Doch wie ermittelt man den richtigen Leguminosenanteil? Hier Entscheidungshilfen.

Der Zwischenfruchtanbau ist eine wichtige Maßnahme zur Förderung der Biodiversität. Gleichzeitig können Nährstoffverluste dadurch vermieden werden. Zudem dient er dem Erosionsschutz, Humusaufbau, phytosanitären Zwecken und vielem mehr. Der Erfolg des Zwischenfruchtanbaus für die Folgekultur hängt auch davon ab, in welchem Maße und zu welchem Zeitpunkt der in den Zwischenfrüchten gebundene Stickstoff nachgeliefert wird.

Mit Strategie vorgehen

In Roten Gebieten gewinnen ungedüngte Zwischenfrüchte infolge des Anbaugebotes vor einer Sommerung an Bedeutung. Doch die Etablierung eines vitalen, multifunktionalen Bestandes ohne N-Düngung ist meist schwieriger als gedacht. 

Insbesondere vor dem Hintergrund der erschwerten Rahmenbedingungen für den Zwischenfruchtanbau in den Roten Gebieten wurden von der LWK Niedersachsen Demonstrationsanlagen mit Zwischenfrüchten an den Standorten Halligdorf (UE), Dungelbeck (PE) und Adenstedt (HI) angelegt. Als mögliche Anpassungsstrategien wurden dort der Einsatz von Leguminosen und verschiedene Bodenbearbeitungsintensitäten zur Aussaat der Zwischenfrüchte untersucht. Hierzu wurden vielversprechende Mischungen aus Nichtleguminosen und Leguminosen nach unterschiedlichen Bodenbearbeitungsvarianten (Mulchsaat flache Lockerung, Mulchsaat tiefe Lockerung, Pflugsaat) und der Vorfrucht Winterweizen ausgesät.

Insgesamt wurde an allen Standorten das große Potenzial der Leguminosen deutlich, sich unabhängig vom N-Angebot gut zu entwickeln.

Zur richtigen Zeit säen

  • Die Bedeutung eines frühen Aussaattermins für die Leguminosen (optimal bis Mitte August) zeigte sich auch in den Demo-Anlagen. Aufgrund der höheren Saatgutkosten für Leguminosen ist ein früher Aussaattermin daher nicht nur aus pflanzenbaulicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht zu empfehlen. 
  • Unkritische Nmin-Werte: Alle Zwischenfruchtmischungen konnten die Nmin-Werte vor Winter auf unkritische Werte senken.
  • Abfrierverhalten: Neben den Nmin-Werten zeigten sich auch deutliche Unterschiede zwischen den Zwischenfrüchten bezüglich ihres Abfrierverhaltens. Die Leguminosen sind schon bei niedrigen Frostgraden weitgehend abgefroren.
  • Insgesamt ist der Einsatz von Leguminosen in Zwischenfruchtmischungen gut geeignet, um die Entwicklung der Bestände abzusichern, insbesondere wenn nicht gedüngt werden darf und keine große N-Nachlieferung durch langjährige organische Düngung zu erwarten ist.
  • Leguminosenmischungen passen aber nicht in jede Fruchtfolge. Auf leichten Standorten sollte zudem eine Anpassung des Mischungsverhältnisses von Leguminosen und Nichtleguminosen erfolgen.

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