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Maren Diersing-Espenhorst | am

Spiegel.de stellt LsV an den Pranger

Briefe von LsV - Deutschland an Abgeordnete sorgen für Ärger. Spiegel.de titelt: "Bauern drohen mit Versorgungsengpässen".

Land schafft Verbindung – Deutschland (LsV) hat aufgrund der vorgezogenen Abstimmung über die Änderungen der Düngeverordnung im Bundesrat am kommenden Freitag (27.3.2020) Schreiben unter anderem an Abgeordnete von Landtagen, Bundesrat, Bundestag und Europa Parlament geschickt.

Darin betont die Initiative, dass die Terminänderung im Deutschen Bundesrat zur Verabschiedung der Düngeverordnung vom 3.4.2020 auf den 27.3.2020 ein negatives, vertrauensbrechendes Zeichen in Richtung Landwirtschaft sei. Die Abgeordneten werden gebeten, „alles erdenklich Mögliche zu tun, um einer vorzeitigen Verabschiedung der Düngeverordnung entgegen zu wirken.“ Weiter heißt es in dem Anschreiben an die Mitglieder des Europäischen Parlaments: „Bitte geben Sie der Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein eindeutiges Signal, dass in dieser Krise keine Strafzahlungen in Erwägung gezogen werden. Wir Landwirte brauchen jetzt alle Kraft, um die Nahrungsmittelsicherheit aufrechtzuerhalten. Eine negative politische Entscheidung würde die deutschen Bauern in ihren Entscheidungen hemmen und ihnen jegliche Motivation nehmen.“

Spiegel.de interpretierte unter anderem diese Passage als Drohung und titelt: „Bauern drohen mit Versorgungsengpässen“.

Das sagt LsV - Deutschland

„Spiegel.de hat das Anschreiben an die Abgeordneten aus meiner Sicht falsch interpretiert“, sagt Anke Bertke, Sprecherin von LsV Osnabrück auf Anfrage von LAND & FORST. „Wir sind der Meinung, dass wir in Deutschland aktuell vor großen Herausforderungen stehen und deshalb die Landwirtschaft stärken müssen. Gerade erst hat die Bundesregierung festgestellt, dass Landwirtschaft in Zeiten von Corona systemrelevant ist und die Versorgung in unserem Land sicherstellt. Mit der Entscheidung genau in diesem Moment die erneute Novellierung der Düngeverordnung mehr oder weniger heimlich vorzuverlegen, erreicht die Regierung das Gegenteil.“

In einer Stellungnahme zu dem Spiegel.de-Artikel von LsV – Deutschland heißt es: „…in dem Brief an Frau von der Leyen wird folgendes deutlich formuliert: 'Auch die deutschen Landwirte, ihre Familien und Mitarbeiter sind stark von der Pandemie betroffen, tun aber trotzdem das Menschenmögliche, um die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln in ausreichendem Maße sicherzustellen.' Das, und genau das möchten wir jetzt tun: uns in der Corona-Krise ausschließlich um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln kümmern. Die deutschen Bauern verstehen allerdings nicht, dass ausgerechnet in dieser Krisenzeit eine Düngemittelverordnung beschlossen werden soll, die die Erntemengen reduzieren und den Landwirten dadurch die Grundlage entziehen wird, auch in zukünftigen Krisen für eine stabile Lebensmittelversorgung garantieren zu können.“

Bauern versorgen Deutschland auch in der Krise

Vor dem Hintergrund der Berichterstattung in einigen Medien über die Abstimmung im Bundesrat zur Düngeverordnung stellt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied klar, dass ein Produktionsboykott seitens der Landwirte nicht zur Diskussion steht: „Die deutschen Bauern stehen für Versorgungssicherheit und werden weiterarbeiten. Wir versorgen Deutschland auch in der Krise.“

Er würde sich in dieser Zeit aber auch Unterstützung wünschen und Rahmenbedingungen, die ein sinnvolles Arbeiten ermöglichen: „Eine Verschärfung der Düngeverordnung in dieser unausgegorenen und fachlich fehlerhaften Form würde uns hart treffen. Eine Anpassung ist unumgänglich, eine Verschiebung zwingend notwendig.“

Mit Material von spiegel.de, LsV, DBV

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Zukunft der Fleischindustrie
  • Geld und Recht: Vorsorgeleistungen bei Hofübergabe vertraglich klar regeln
  • Pflanzenbau: Zwischenfrüchte zur Futternutzung
  • Technik: Vergleich zwischen Rad- und Teleskoplader
  • Forstwirtschaft Steuerhilfen in Krisensituationen
  • Leben auf dem Land: Schmiede-kunst im ostfriesischen Werdum

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