Wolf steht auf einer Wiese
Anne-Maria Revermann | am

Abschussgnehmigung dreier Wölfe von Nabu kritisiert

Der Nabu kritisiert die Tötungsanordnung für drei Wölfe in Niedersachsen und will diese gerichtlich prüfen lassen.

Ein männliches und ein weibliches Tier im Landkreis Uelzen sowie eine Wölfin im Landkreis Emsland sollen geschossen werden, da sie mehrfach geschützt gehaltene Schafe gerissen haben. Der Nabu kristisiert dieses Vorgehen und spricht von "unvollständigem Herdenschutz" in Niedersachsen.

„Die Wölfe haben offenkundig an ungeschützten Herden gelernt, dass Schafe eine leichte Beute sind. Zudem sind zumindest nach Informationen vor Ort offenbar leider nicht die empfohlenen und machbaren Herdenschutzmaßnahmen umgesetzt worden, auch wenn sich die betroffenen Schäfer tatsächlich Mühe gegeben haben“, äußert sich Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

Nabu: Zäune und Hunde sind bewährt

Weltweit seien nach Angaben des Nabu stromführende Herdenschutzzäune und der ergänzende Einsatz von Herdenschutzhunden bewährte und anerkannte Maßnahmen, um Wölfe von Übergriffen auf Herden abzuhalten. Voraussetzung für die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sei jedoch, dass sie von den Weidetierhaltern flächendeckend im Rahmen ihrer tierschutzrechtlichen Verpflichtung und spätestens bei Übergriffen entsprechend der Empfehlungen angewendet würden.

Geschehe dies nicht, lernten die Wölfe bei Übergriffen auf ungeschützte Schafe schnell, dass diese ein leichte und schmackhafte Beute seien. Daher sei eine schnelle und unbürokratische Hilfe und insbesondere eine gute fachliche Beratung der Schäfer dringend notwendig, würde aber bisher vom Land Niedersachsen vernachlässigt.

Gericht soll Anordnung prüfen

Der Nabu habe nach eigenen Angaben volles Verständnis für jene Schäfereibetriebe, die trotz vorbeugender Maßnahmen Schafe an Wölfe verloren haben. Politisch verantwortlich sei jedoch der niedersächsische Umweltminister, Olaf Lies.

„Wir haben große Zweifel daran, dass die jetzt – auf Grundlage des geänderten Bundesnaturschutzgesetzes – getroffenen Abschussanordnungen auch den strengen europarechtlichen Vorgaben entsprechen. Wir werden daher alles daran setzen, diese Tötungsanordnungen auch durch das höchste europäische Gericht überprüfen zu lassen“, so der Nabu-Landesvorsitzende.

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