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Renate Bergmann | am

Afrikanische Schweinepest rückt näher - Niedersachsen ist vorbereitet

Aus Polen sind 22 Fälle von ASP bei verendeten Wildschweinen gemeldet - alle nahe der polnischen Grenze zu Deutschland. Niedersachsen ist in hoher Alarmbereitschaft, aber für den Ernstfall vorbereitet.

Die Afrikanische Schweinepest wurde bei einem Wildschwein festgestellt, das am 4. November in der Nähe der Grenze zu Brandenburg gefunden wurden.

Am Dienstag gab es weitere Nachweise - ebenfalls bei einem Wildschwein. Insgesamt wurden 22 verendete Tiere am Wochenende beim Durchkämmen des Geländes rund um den ersten Fundort entdeckt. An der Suche nach weiteren toten Wildschweinen in dem Bereich seien mittlerweile auch Soldaten der polnischen Armee beteiligt, teilte der Veterinärdienst mit. Bereits am Wochenende hätten Forstbetriebe damit begonnen, im Umkreis von fünf Kilometern um die erste Fundstelle einen Zaun zu ziehen.

Bisher kein Fall in Deutschland

In Deutschland wurde nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bisher kein Fall von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen. Interessant an dem Fall in Polen sei, so das Friedrich-Loeffler-Institut ( FLI ), dass zwischen dem jetzigen Fund und den bisher weiter östlich aufgetretenen Fällen rund 250 Kilometer lägen. Die Experten des FLI stünden im Kontakt mit Kollegen in Polen. Möglicherweise habe in dem Fall der Mensch eine Rolle gespielt. Der Mensch gilt als einer der größten Risikofaktoren für die Ausbreitung der ASP.

Kein Grund zur Hysterie

„Natürlich sind die Meldungen über den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest an der brandenburgischen Grenze ein beunruhigendes Signal, jedoch kein Grund zur Hysterie“, sagte Karin Logemann laut Pressemeldung der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. „Wir müssen den Befunden mit erhöhter Wachsamkeit begegnen. Klar ist jedoch: Niedersachsen ist gut auf Fälle der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet! Mit der Novellierung des Jagdgesetzes haben wir wichtige präventive Maßnahmen für eine effektivere Bekämpfung von Tierseuchen auf den Weg gebracht.“

Bevölkerung sensibilisieren

Wie bereits vor einem Jahr, sollten Schweinehalter und -transporteure hinreichend zum richtigen Umgang mit dem Wild sowie hinsichtlich der Hygienemaßnahmen sensibilisiert werden. Auch das Schweinepestmonitoring ist ein wichtiges Früherkennungsinstrument, dass bereits alle erlegten Wildtiere auf ASP untersucht. Das Land wird weiterhin alle Maßnahmen ergreifen, um einen Ausbruch und eine Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen zu verhindern.

Niedersachsen für den Ernstfall vorbereitet

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) rief Landwirte am Donnerstag, 21. November 2019, zu Wachsamkeit auf. Ein Ausbruch der Schweinepest hätte in Niedersachsen, dem Schweineland Nummer eins in Deutschland, dramatische Konsequenzen. "Auf diesen Ernstfall sind wir seit langer Zeit vorbereitet", sagte die Ministerin. "Dennoch bitte ich alle zuständigen Behörden in den Landkreisen, aber auch die schweinehaltenden Betriebe darum, die Präventionsmaßnahmen peinlich genau einzuhalten, um diese Katastrophe weiterhin erfolgreich aufzuhalten."

Wegen des Vorrückens der Tierseuche in Richtung der brandenburgischen Grenze wiese das Ministerium alle Behörden und Verbände erneut auf das Einhalten von Hygienemaßnahmen hin. Eine Arbeitsgruppe entwickle die landesweite Bekämpfungs- und Prophylaxe-Strategie kontinuierlich weiter. Im Rahmen des Wildschweinmonitorings in Niedersachsen werden erlegte Wildschweine in Niedersachsen bereits stichprobenartig auf die Tierseuche untersucht.

 

Mit Material von dpa/PM SPD, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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