Abgebrannte Schweinezuchtanlage in Alt Tellin
Christel Grommel | am

Alt Tellin: Strafanzeige gegen Betreiber der Mastanlage

Vier Organisationen haben Strafanzeige gegen den Betreiber der Anlage gestellt, in der bei einem Großbrand Ende März 56.000 Schweine starben.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Tierschutzbund und Greenpeace haben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Stralsund erstattet und zugleich einen Strafantrag gestellt.

Die Strafanzeige und der Strafantrag richten sich gegen die Betreiber der Megastallanlage bei Anklam sowie gegen unbekannt. Die Anzeige richtet sich auch gegen "unbekannt", weil auch Aufsichts- und Genehmigungsbehörden eine wirkungsvolle Brandbekämpfung und Tierrettung nicht sichergestellt hätten. 

"Anlage hätte nie gebaut werden dürfen"

Die Antragsteller werfen der Betreiberin LFD-Holding mit Sitz in Sachsen-Anhalt vor, den tausendfachen Tod der Tiere im Brandfall von vornherein in Kauf genommen und keine ausreichende Vorsorge für den Brandfall getroffen zu haben. 

Gutachter des BUND und der Anwohner hätten schon auf dem Erörterungstermin im Genehmigungsverfahren 2009 vorgetragen, dass im Brandfall weder ausreichende Feuerwiderstandsklassen der Gebäude noch geeignete Rettungsmöglichkeiten für die Tiere berücksichtigt worden seien. "Der Tod von 56.000 Tieren hat leider gezeigt, dass eine Tierrettung von vornherein nicht möglich war, dennoch wurde die Genehmigung erteilt. Nunmehr muss die Staatsanwaltschaft beurteilen, ob der Anlagenbetrieb ohne ausreichenden Brandschutz und dessen Ermöglichung durch die zuständigen Behörden und Gutachter den Straftatbestand einer Tötung von Tieren ohne vernünftigen Grund erfüllen", erklärte Rechtsanwalt Ulrich Werner.

Greenpeace-Agrarreferent Martin Hofstetter kritisierte, dass die Anlage so nie gebaut und genutzt hätte werden dürfen. "Es ist an der Zeit, dass diejenigen, die politisch und rechtlich für diese Fehlentwicklung und für das elendige Sterben der Tiere in Alt Tellin verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden", so Hofstetter. 

Mit Material von AgE
imago0072453109h.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen