Vorwerk-Huhn, alte Haustierrasse
Anne-Maria Revermann | am

Alte Hühnerrassen für die Artenvielfalt

Forscher haben untersucht, ob die Nutzung lokaler Hühnerrassen und deren Kreuzungen sowie die Fütterung mit heimischen Ackerbohnen statt importiertem Soja eine Alternative für die Geflügelproduktion darstellen kann. Hier die ersten Ergebnisse.

Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben in einem dreijährigen Projekt zwei lokale Hühnerrassen sowie Elterntiere aus der Wirtschaftsgeflügelzucht und deren Kreuzungen hinsichtlich der Mast- und Legeleistung untersucht.

Außerdem wurde die Fütterung der Tiere mit heimischen Ackerbohnen statt importiertem Soja erforscht. Ziel des Projektes war es herauszufinden, ob die Nutzung alter Haustierrassen sowie die angepasste Fütterung eine Alternative für die Geflügelproduktion darstellen kann.

 

Ergebnisse der Lege- und Mastleistung

Einige der geprüften Hühnerkreuzungen, insbesondere die Kombination Bresse Gaulloise und White Rock, zeigten eine ansprechende Legeleistung der Hennen, während die Mastleistung der Hähne hinter kommerziellen Broilerlinien zurückblieb.

Allerdings gelang es auch, spezielle Produktqualitäten zu erzeugen, wie dotterreichere Eier oder Hähnchen, die weniger einseitig einen extrem großen Brustmuskel entwickeln und dadurch für besondere Zubereitungsarten geeignet sind.

In der begleitenden Verbraucheranalyse stellte sich allerdings heraus, dass Konsumentinnen und Konsumenten noch zu wenig Informationen über verwendete Rassen und Produktionssysteme in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.

Friedliches Verhalten der Hühner

Lokale Rassen in der landwirtschaftlichen Produktion zu nutzen, erweitere nicht nur die Produktpalette für den Verbraucher, sondern trage auch wesentlich zum Schutz der Rassenvielfalt beim Haushuhn bei, so die Forscher.

So wurden die Kreuzungstiere der alten Rassen nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern darüber hinaus von verschiedenen praktischen Geflügelhaltern getestet.

Diese schätzten nicht nur die höhere Anzahl Eier der Kreuzungstiere im Vergleich zu den alten Rassen, sondern auch das friedliche Verhalten der Tiere. Positiv herausgehoben wurde zudem, dass eine Nutzung der Kreuzungsnachkommen den Erhalt der lokalen Rassen unterstützt.

 

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