Mastferkel werden verladen, Tiertransport

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Christa Diekmann-Lenartz | am

ASP: Jetzt ist Besonnenheit bei den Schweinehaltern gefragt

Der erste ASP-Fund in Deutschland wird die Schweinemärkte schwer belasten, daraus macht Dr. Albert Hortmann-Scholten keinen Hehl. Aber der Marktreferent der LWK Niedersachsen appelliert an die Schweinemäster, jetzt Besonnenheit zu zeigen.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) hat aus gegebenem Anlass für Freitag, den 11. September, eine außerordentliche Preiskonferenz einberufen. Der dann fixierte Preis soll von Freitag, den 11. September bis Mittwoch, den 16. September 2020 gelten. Die Ferkelpreisempfehlung wird turnusgemäß auch am Freitag herausgegeben.

Bei der Schlachtschweinenotierung ist mit einem deutlichen Rückgang zu rechnen, so Dr. Hortmann-Scholten. "Wir benötigen einen funktionierenden Markt, das heißt der Abfluss der Schlachttiere muss weiterhin gewährleistet sein. Das Preissignal geht mit einem Appell an die Schlachthöfe, die zugesagten Mengen auf der neuen Preisbasis auch aufzunehmen."

Keine weitere Talfahrt der Notierungen

Schweinehalter auf der anderen Seite sollten nun durch ihr Marktverhalten nicht noch zusätzliche Verwerfungen befördern. Die Halter sollten nur schlachtreife Schweine vermarkten und sich ebenfalls an die mengenmäßigen Absprachen mit ihren Vermarktungspartnern halten. Leichte Schweine müssten auf jeden Fall im Stall der Mäster verbleiben, betont der Marktreferent, um die Vermarktungsmöglichkeit für schwere Tiere nicht zu behindern. Tierschutzprobleme durch zu schwere Schweine in den Ställen müssten unbedingt vermieden werden. Gleichzeitg darf auch der Ferkelmarkt nicht ins Stocken geraten. Schweinemäster sind auch in dieser Hinsicht gefordert, zu den marktangepassten reduzierten Ferkelpreisnotierungen die Tiere im Rahmen der zugesagten Mengen weiterhin aufzustallen.

Dr. Hortmann-Scholten geht davon aus, dass es zunächst keine weitere Talfahrt der Notierungen geben wird: "Auch wegen Corona gab es zeitweise Export-Sperrungen, dennoch konnte sich die Schlachtschweinenotierung recht gut behaupten." Er geht davon aus, dass es, wenn deutsche Exporte gen Asien jetzt ausfallen, andere EU-Schweineländer wie Dänemark, Niederlande, Spanien oder Frankreich diese Lücken gerne füllen werden. Deren Fleisch wurde bislang vielfach innerhalb der EU vermarktet, diese frei werdende Nachfrage können die deutschen Schlachthöfe dann bedienen.

Weniger wertvolle Teilstücke problematisch

Ein Problem sieht er in den weniger wertvollen Teilstücken wie Pfötchen, Schwänzen, Ohren etc., die in Westeuropa wenig gefragt sind: "Viele Schlachthöfe haben in den vergangenen Jahren ihre Kühl- und Gefrierkapazitäten aufgestockt, hier gibt es ggf. Möglichkeiten der Zwischenlagerung, bis die asiatischen Länder wieder beliefert werden könnten."

Das kann allerdings dauern. Bevor ein Land wieder den Status "ASP-frei" zurückbekommt, muss der letzte ASP-Fund sechs Monate zurückliegen. In Tschechien, wo die ASP-Bekämpfung vorbildlich ablief, dauerte es immerhin zwei Jahre, bis es wieder ASP-frei war. 

In Deutschland werden derzeit etwa jährlich rund 55 Mio. Schweine geschlachtet, der Selbstversorgungsgrad liegt bei etwa 120 %, sprich, rein rechnerisch werden 20 % exportiert. Von der Exportmenge an Schweinefleisch aus Deutschland gehen etwa zwei Drittel in andere EU-Staaten, ein Drittel in Drittländer vor allem in Asien, wie China, Korea, Japan. Dieser Exportanteil in Drittländer ist jetzt vom ASP-Fall betroffen, die Hauptexportländer verlangen ASP-Freiheit, sonst darf kein Schweinefleisch geliefert werden.

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