Zaunbau gegen Wildschweine
Anne-Maria Revermann | am

ASP: Brandenburg baut Zäune an polnischer Grenze (aktualisiert)

Brandenburg will an der Grenze zu Polen Zäune zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bauen.

Zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sollen in Brandenburg, an der Grenze zu Polen, Schutzzäune errichtet werden. Auf einer Länge von 120 Kilometern sollen Ende der Woche an Hochwasserschutzanlagen von Oder und Neiße mobile Wildschutzzäune installiert werden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Dienstag mit.

Brandenburg und Polen haben einen gemeinsamen Grenzverlauf von etwa 280 Kilometern. Wir sollten im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest nichts unversucht lassen", sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Es sei eine von vielen vorbeugenden Maßnahmen.

Die Zäune würden zwar keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Aber sie könnten infizierte Wildschweine daran hindern, von Polen nach Brandenburg einzuwandern. In Deutschland ist bisher kein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wild- oder Hausschwein bekannt. Nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts in Greifswald befindet sich die Seuche in Westpolen in einer Phase des maximalen Wachstums.

Auch andere Bundesländer wappnen sich

In Brandenburg wurden bislang alle 2.300 Schweinehalter aufgefordert, ihre Sicherheitssysteme zu überprüfen. Die Jäger nehmen zudem verstärkt Proben von toten Wildschweinen. Zudem wurden Reisende aus betroffenen Gebieten sensibilisiert.

Auch in anderen Bundesländern wurden bereits Zäune angeschafft, aber noch nicht aufgebaut - etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Bislang hat nur Dänemark einen Wildschweinzaun entlang der Grenze zu Deutschland fertiggestellt - allerdings einen stationären. Er verläuft auf einer Länge von 70 Kilometern von der Ost- bis zur Nordsee. Auch Luxemburg baut einen Zaun an einem acht Kilometer langen Abschnitt an der Grenze zu Belgien.

 

Elektro- und Duftzäune gegen Wildschweine

Die Elektrozäune und Duftzäune, die Wildschweine mit einem unangenehmen Geruch abhalten sollen, werden nun lokal und zeitlich begrenzt aufgebaut. Die Entscheidung über den genauen Verlauf treffen die Landkreise entsprechend der örtlichen Gegebenheiten. Die Zäune kosten insgesamt etwa 160.000 Euro und sind rund 90 Zentimeter hoch.

Diese Maßnahme hatte sich den Angaben zufolge bereits beim Schutz der Deiche vor Wildschweinen bewährt. Als sich die Schweinepest 2017 in Tschechien ausbreitete, habe man ebenfalls gute Erfahrungen gesammelt. Es sei eine von vielen vorbeugenden Maßnahmen. Die Zäune würden zwar keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Aber sie könnten infizierte Wildschweine daran hindern, von Polen nach Brandenburg einzuwandern.

 

Mehr als 50 ASP-Fälle in Westpolen

In Westpolen sind seit Mitte November bereits mehr als 50 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei toten Wildschweinen nachgewiesen worden. Wie der polnische Veterinärdienst mitteilte, gab es bis zum 15. Dezember 48 Nachweise in der Woiwodschaft Lebus, zwei in Niederschlesien und drei in Großpolen.

Die Seuche ist nah an die deutsch-polnische Grenze herangerückt: Anfang Dezember wurde das Virus bei einem verendeten Wildschwein unweit von Nowogrod Bobrzanski gefunden. Der Ort liegt rund 40 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt.

Mit Material von dpa
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