Wildschwein vor einem Ansitz im Wald

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Anne-Maria Revermann | am

ASP: Brandenburg zahlt Prämie für Abschuss von Wildschweinen

Um die Afrikanische Schweinepest (ASP) einzudämmen, müssen Wildschweinbestände reduziert werden. Eine Prämie soll helfen.

Die Anzahl der Wildschweine, die in Brandenburg mit ASP infiziert sind, liegt derzeit bei 140 Funden.

Um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einzudämmen, erhöht Brandenburg seine Abschussprämie, die das Landwirtschaftsministerium zahlt. Für Wildschweine mit einem Gewicht bis 30 Kilogramm gibt es eine Prämie von 30 Euro, für Schwarzwild ab 30 Kilogramm 50 Euro. Denn gerade jetzt im November ist die Jagd auf Wildschweine entscheidend.

Die Landkreise haben für Wildschwein-Kadaver sogenannte Abgabestellen eingerichtet. Alle hier abgegebenen Tierkörper werden auf ASP beprobt und anschließend unschädlich beseitigt.

Jäger erhalten die Abgabeprämie dann von den Landkreisen. Sie wird zum Jagdjahresende bei den unteren Jagdbehörden mit dem im Internet verfügbaren Formular beantragt und anschließend ausgezahlt.

BMEL hebt Jagdverbot auf

Bislang war die Jagd in gefährdeten Gebiet noch verboten. Das ändert sich ab sofort. Denn die Reduzierung der Wildschweinpopulation in sogenannten weißen Zonen auf Null wird nun ermöglicht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner schafft kurzfristig die dazu erforderliche Ermächtigung – die neue Rechtsgrundlage gilt ab Dienstag (10. November).

Die „weiße Zone“ wird derzeit um das Kerngebiet des Ausbruchsgeschehens eingerichtet. Konkret handelt es sich um einen etwa fünf Kilometer breiten Streifen, der das Kerngebiet wie einen Halbkreis bis an die Grenze zu Polen umschließt. Sie soll mit zwei festen Drahtzaun-Reihen – einem äußeren und einem inneren Zaun – gesichert werden. Der Bau der äußeren Zaunreihe hat bereits begonnen.

Sobald beide Zaunreihen fertiggestellt sind, soll der Wildschweinbestand im Zwischenraum, also der „weißen Zone“, möglichst vollständig erlegt werden. Ziel ist ein wildschweinfreies Gebiet, um so das Risiko einer möglichen Weiterverbreitung des ASP-Virus in bisher ASP-freie Gebiete zu minimieren.

Jagd auf Wildschweine kann beginnen

Klöckner hat mit einer Änderung der Schweinepest-Verordnung kurzfristig die hierfür erforderliche Ermächtigung geschaffen. Wegen "Gefahr in Verzug" wurde sie als Dringlichkeitsverordnung erlassen, die am 9. November im Bundesanzeiger verkündet wurde. Damit tritt sie am 10. November in Kraft.

Brandenburg kann somit wie geplant ab Mitte November mit den Maßnahmen zur Bestandsreduzierung der Wildschweinepopulation in der „weißen Zone“ beginnen. Auch aus Sicht des Bundeslandwirtschaftsministeriums sei das eine wirksame Maßnahme, um eine Verschleppung der ASP zu verhindern.

Mit Material von Land Brandenburg, BMEL
Jäger streifen während einer Jagd über die Felder

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