Ein Wildschwein.
Ellen Hartmann | am

ASP: Deutschland fordert Schutzkorridorkonzept

Wie geht der Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter? Darüber haben Politikerinnen und Politiker aus Deutschland, Tschechien und Polen in dieser Woche in Brüssel diskutiert.

In dieser Woche hat sich Beate Kasch, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), in Brüssel mit Claire Bury, der stellvertretenden Generaldirektorin Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sowie ihrem polnischen und ihrem tschechischen Amtskollegen getroffen. Dabei haben die Politiker über Ideen im Kampf gegen die ASP gesprochen. Insbesondere Zaunbaumaßnahmen im Grenzgebiet waren Thema des Treffens. 

Die Tiergesundheits-Troika

Schon im November 2020 hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die sogenannte Tiergesundheits-Troika auf den Weg gebracht. Zahlreiche ASP-Ausbrüche in Brandenburg wurden nämlich im Grenzgebiet zu Polen festgestellt. Auch Ausbrüche in Sachsen wurden vermehrt an der Grenze zu Tschechien entdeckt. Zusätzlich hatte das Friedrich-Loeffler-Institut mittels einer DNA-Sequenzierung des Virus-Typs herausgefunden, dass die ASP-Fälle in Deutschland und Polen zusammenhängen. Das liegt vor allem daran, dass es zwischen beiden Nachbarländern starke Wanderbewegungen durch Wildschweine gibt. 

Was soll das Schutzkorridorkonzept bewirken?

Deutschland möchte daher jetzt auf ein Schutzkorridorkonzept setzen, welches die Infektionsausbreitung nach Westen verhindern soll. Hierbei soll eine "weiße Zone" errichtet werden, also ein Korridor, der von zwei festen Zäunen begrenzt wird. In dieser Zone soll die Wildschweinpopulation gegen Null reduziert werden. Zusätzlich sieht Deutschland weitere Maßnahmen wie die regelmäßige Fallwildsuche, eine verstärkte Bejagung inklusive anschließender Untersuchung sowie die Beseitigung der Kadaver vor. Bei der EU-Kommission stieß das von Beate Kasch vorgestellte Schutzkorridorkonzept auf Zustimmung. 

Kasch fordert dritten Zaun auf polnischer Seite

In Polen ist die Zahl der ASP-Ausbrüche weiterhin hoch, der Infektionsdruck stark. Daher appellierte Kasch bei dem Treffen in Brüssel wiederholt für ein gemeinsames Vorgehen Deutschlands und Polens bei der Bekämpfung der Tierseuche. Als Beispiel erklärte sie, wie wichtig der Bau von Wildschweinbarrieren sei. Weiter sei neben dem deutschen ASP-Schutzkorridor auch ein weiterer Korridor mit drittem Zaun auf Polens Seite ausgesprochen sinnvoll. Kasch forderte ihre Amtskollegen daher dazu auf, eine solche Maßnahme voranzutreiben. "Eine Erweiterung unseres Schutzkorridorkonzeptes auf polnischer Seite wäre ein effektives Mittel, um die Ausbreitung der ASP nach Westen aufzuhalten", so Kasch. "Leider ist Polen auch weiterhin nicht bereit, sich hier zu bewegen."

Kasch fordert mehr Finanzhilfen von EU-Kommission

"Wir werden hier weiter Gespräche führen und Überzeugungsarbeit leisten, denn eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen die ASP ist wichtig – auch in Verantwortung für ganz Europa", erklärte die Staatssekretärin weiter. "Als Bundesregierung engagieren wir uns deshalb massiv, damit die ASP in Deutschland getilgt wird und unterstützen die zuständigen Bundesländer mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln." Bei der EU-Kommission habe man bereits erfolgreich auf eine Mitfinanzierung dieser erforderlichen Zaunbaumaßnahmen hingewirkt, heißt es vom BMEL. Für Brandenburg und Sachen betrug das mögliche Erstattungsvolumen rund neun Millionen Euro.

Jedoch werden derzeit nur Kosten erstattet, die im direkten Zusammenhand mit der Tierseuchenbekämpfung stehen. Kasch bat die Kommission daher bei ihrer Zusammenkunft auch um eine Finanzhilfe beim Zaunbau und bei der Unterhaltung. 

Mit Material von bmel
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