asp-warnschild_AdobeStock_387236772

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Martina Hungerkamp | am

ASP im Emsland: Wie kam es zum Ausbruch?

In einem Pressegespräch äußerten sich Ministerin Barbara Otte-Kinast und Staatssekretär Ludwig Theuvsen zum aktuellen Stand des ASP-Ausbruch im Emsland. Nach der Eintragsquelle werde weiter intensiv gesucht.

Bei dem betroffenen Schweinebetrieb in Emsbüren im Emsland geht die Suche nach der Eintragsquelle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) intensiv weiter. Das bestätigten die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen bei einem Pressegespräch.

Allerdings gestalte sich die Suche äußerst schwierig. Einige mögliche Eintragsquellen könne man bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen:

  • Der Betrieb ist ein Familienbetrieb mit einem weiteren Mitarbeiter.
  • Seitens der Betriebsangehörigen habe es im epidemiologisch relevanten Zeitraum keine Jagdausübungen gegeben.
  • Alle Futterrückstellproben wurden mit negativen Ergebnissen auf ASP-Virus untersucht. Das FLI sei ebenfalls eingeschaltet und unterstützt die zuständigen Behörden bei der Suche nach der Ursache für den ASP-Ausbruch. Noch diese Woche erwarte man zum Beispiel die Genom-Analyse des FLI.

Warum wurde der Kontaktbetrieb gekeult?

Der Kontaktbetrieb liegt rund 20 km vom betroffenen Betrieb entfernt. Natürlich habe man dort die Schweine stichprobenartig untersucht und zum Glück seien alle Proben negativ gewesen. Aber, so Ministerin Otte-Kinast, man kenne das ja auch von der Corona-Pandemie. Leider gäbe es durch die Tests keine hundertprozentige Sicherheit.

Wäre dort doch noch ein Schwein an ASP erkrankt, hätte eine weitere Sperrzone eingerichtet werden müssen. Um das Leid von noch mehr Tieren zu verhindern, habe das Landwirtschaftsministerium deshalb die Entscheidung getroffen, die Tiere im Kontaktbetrieb ebenfalls sofort zu keulen.

Emsbueren-ASP-Schweinepest-Sauen.jpg

Emsland: Noch kein ASP-Fund bei Wildschweinen

Sehr positiv zu bewerten ist laut Barbara Otte-Kinast, dass nach wie vor kein ASP-Fall bei Wildschweinen in Niedersachsen aufgetreten sei. Im Emsland und in der Grafschaft Bentheim würden sich die Jägerinnen und Jäger sehr verantwortungsbewusst und ruhig verhalten. Fallwild und erlegte Wildschweine in der Sperrzone müssen untersucht werden. Eine verstärkte Bejagung ist geplant.

Ortskundige Jäger beobachten Wasserläufe und Wasserstellen, da infizierte Wildschweine mit hohem Fieber Abkühlung suchen würden. Bislang sei jedoch nichts aufgefallen. Laut der Ministerin habe man zum Glück schon viel Geld in die Seuchenprävention gesteckt. Es wurden auch spezielle ASP-Spürhunde ausgebildet. Ein kleiner Vorteil der Region sei – in allem Unglück – dass sie im Umgang mit Seuchen erprobt sei.

Was passiert mit schlachtreifen Schweinen aus Schutzzone?

Etwa 10.000 schlachtreife Schweine gäbe es pro Woche in der 10-km-Sperrzone im Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim. Laut Barbara Otte-Kinast sei man mit den Schlachthöfen im Gespräch. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf bestehende Abnahmeverträge.

Tierschutzprobleme aufgrund schlachtreifer Schweine, die nicht (sofort) vermarktet werden können, erwarte sie nach derzeitiger Sachlage keine. Aufgrund der andauernden schwierigen wirtschaftlichen Lage würden in der Region Ställe leer stehen.

Sollte es zu Vermarktungsengpässen kommen, könne man unter Wahrung der rechtlichen Voraussetzungen dorthin ausweichen, falls es auf dem ein oder anderen Betrieb im Stall zu eng werde. Positiv zu bewerten sei auch, dass rund 80 Prozent der Betriebe in Niedersachsen eine Ertragsschadensversicherung besäßen.

Sauenbetrieb_ASP-Emsland_Schweinepest-Tierseuche.jpg

Wie lange werden ASP-Restriktionen im Emsland aufrecht gehalten?

Wie lange die Restriktionen in der Sperrzone noch gelten, könne noch nicht genau gesagt werden. Der Landrat habe gegenüber Agrar-Staatssekretär Ludwig Theuvsen gesagt, dass man alles daransetzen werde, die obligatorischen 90 Tage, die laut EU-Recht gelten, auf minimal 30 zu verkürzen.

Neuer ASP-Leitfaden in Niedersachsen

Aufgrund der aktuellen ASP-Fälle in Deutschland gewinnt der Schutz der Schweinebestände vor der Einschleppung von Krankheitserregern weiter an Bedeutung. Die niedersächsische Arbeitsgruppe Biosicherheit in Schweinehaltungen hat daher einen neuen Leitfaden nach dem aktuellen Tiergesundheitsrechtsakt der EU inklusive Checklisten veröffentlicht.

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel suchen und merken

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
Produkte entdecken
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Ziegenmast als Nische
  • Gestiegene Betriebskosten abfedern
  • Wir findet man Mitarbeiter?
  • Kettensägenlehrgänge für Frauen
  • Grunddüngung im Herbst

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen