Schweine laufen aus einem Transporter

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Christel Grommel | am

ASP: Fleischwirtschaft bangt um Exportgeschäft

Die Fleischwirtschaft sorgt sich in Bezug auf die Auswirkungen, die der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland haben wird. Vor allem das Geschäft außerhalb der EU ist betroffen.

Besonders ein Stopp der Ausfuhr nach China würde die deutschen Schweinehalter stark treffen. Die Lieferungen nach China machte zuletzt rund ein Viertel aller deutschen Schweinefleisch-exporte aus.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) gab an, dass faktisch derzeit kein Schweinefleisch nach China exportiert werden könne, da dafür keine Veterinärzertifikate mehr ausgestellt würden. Das Bundesagrarministerium habe aber bereits mitgeteilt, dass es dazu Gespräche gebe. Wie schnell eine Entscheidung falle, sei aber nicht absehbar. Bereits gestern hatte Südkorea den Import aus Deutschland gestoppt.

Noch keine Entscheidung in China

Der Handel in der EU sei weitgehend aufrechtzuerhalten, so ISN-Geschäftsführer Staack. Für den Export tierischer Produkte würden mit den einzelnen Ländern Handelsabkommen geschlossen, die an Gesundheitsauflagen geknüpft seien. Die geltenden Regeln für den Handel von Schweinefleisch mit China und anderen asiatischen Ländern forderten, dass kein ASP-Fall in Deutschland aufgetreten sein darf.

"Nach diesem Veterinärabkommen müsste es nun eigentlich zur Sperrung kommen. Die Frage ist aber nun, was tatsächlich passiert. Noch steht eine offizielle Entscheidung der chinesischen Veterinärbehörden aus, ob dennoch Schweinefleisch geliefert werden darf", sagte Staack. Da China selbst schwer von der Schweinepest getroffen worden sei, sei der Bedarf nach Exportware in den vergangenen Monaten stark gestiegen, flexiblere Regelungen könnten daher laut Staack doch möglich sein.

Fehlende Veterinärzertifikate stünden dem entgegen. Nun hänge es von den Gesprächen des Bundesministeriums ab, ob es nur regionale Beschränkungen geben werde und einzelne Unternehmen weiter nach China exportieren dürften. 

Fleischwirtschaft mahnt zur Eile

Der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) mahnte zur Eile. Neben der Seuchenbekämpfung sollten "schnellstmöglich Vereinbarungen mit Drittländern zur Wiederaufnahme des Handels mit Schweinefleisch" getroffen werden, hieß es in einer Mitteilung. Nur so könne aus pestfreien Regionen weiterhin Schweinefleisch exportiert werden.

Die VdF geht von einem vollständigen Erliegen der Lieferungen nach China, Japan und Korea aus. Das würde vor allem hier nicht stark nachgefragte Produkte wie Pfoten, Ohren, Schwänzchen und Knochen. Diese sind im asiatischen Raum als Delikatesse angesehen. 

Auch DBV-Präsident Rukwied äußerte sich besorgt: Ein Wegbrechen des chinesischen Marktes "würde uns sehr, sehr stark treffen", sagte er. Er nannte die Regionalisierung als denkbaren Ansatz für weiteren Export.

Sicherheitsvorkehrungen unbedingt einhalten

Das Friedrich-Loeffler-Institut wies Landwirte noch einmal eindrücklich darauf hin, Sicherheitsvorkehrungen in ihren Betrieben sorgfältig einzuhalten. Dies böte immer noch den besten Schutz vor dem Eintrag des Erregers in Nutztierbestände. Tot aufgefundene Wildschweine sollten bundesweit weiterhin sofort den Behörden gemeldet und auf die Schweinepest untersucht werden.

Auch der deutsche Jagdverband wies auf umsichtiges Verhalten hin. Das Virus habe durch menschlichen Einfluss schon Sprünge von bis zu 1.000 Kilometern gemacht. Auch ein infiziertes Wurstbrot sei schon als Ausbruchsquelle identifiziert worden. "Wenn ein krankes Schwein geschlachtet wird und daraus Wurst oder Schinken gemacht wird, dann hält sich das Virus darin noch 100 Tage", sagte Verbandssprecher Torsten Reinwald. Deshalb sei es besonders wichtig, dass infizierte Tiere verbrannt würden, damit das Virus sich nicht ausbreiten könne.

Mit Material von dpa

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