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Christel Grommel | am

ASP: Kühlhäuser für Fleischlagerung stehen zur Verfügung

Das Landwirtschaftsministerium hat genügend Kühlkapazitäten in Niedersachsen für die Schlachtware gefunden.

In einer Pressemitteilung informierte heute (17. August) das Landwirtschaftsministerium (ML) darüber, dass genügend Kühlkapazitäten in Niedersachsen für die Schlachtware aus der ASP-Sperrzone gefunden seien. Alle überschweren Tiere könnten laut ML dort Platz finden, die Verhandlungen der Vertragspartner liefen.

Auf Anfrage der LAND & FORST räumte das ML ein, dass jedoch weiterhin das Problem der Abnahme besteht. Noch immer finden sich keine weiteren Schlachtbetriebe, die die Schweine schlachten. Am kommenden Freitag werden erneut 1.800 Schweine aus der ASP Sperrzone auf einem Schlachthof in Geldern (NRW) geschlachtet. Dort gibt es aber nicht genug Kapazitäten für alle Schweine aus der Sperrzone.

Angebot der Fleischbranche ungenügend

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast forderte: „Das Angebot der Fleischbranche ist bis auf wenige Ausnahmen bislang absolut ungenügend, weil Verarbeitung und Vermarktung nicht mitziehen. Da gibt es offenbar Versäumnisse der Verantwortlichen, wie bei einem ASP-Ausbruch die Kette aufrechterhalten werden kann. Die Gründe sind vielfältig, teilweise nachvollziehbar, wenn es um die Marktsituation geht. Völlig unbegreiflich ist mir, dass hier gesunde Tiere bei der Not in der Welt keinen Weg in die Lebensmittelregale finden.“

Mit der Anmietung von Kühlhäusern könne das hochwertige Fleisch nun mittel- und langfristig verarbeitet werden. „Die Verzweiflung bei den Landwirtsfamilien ist groß, weil man sich auf die Marktpartner verlassen hat,“ sagte Otte-Kinast. Sie forderte die Fleischbranche eindringlich auf, schnellstmöglich die „Hausaufgaben“ zu machen. Offenbar sei eine Verarbeitung und Vermarktung trotz des schwierigen Marktumfelds möglich. Das würden die wenigen Schlachthöfe beweisen, die weiterhin Tiere aus der Sperrzone schlachten.

Lage für die emsländischen Schweinehalter immer dramatischer

Im südlichen Emsland spitzt sich die Situation immer weiter zu. Überschwere Mastschweine aus der Sperrzone rund um den Ausbruchsbetrieb der ASP müssen zeitnah geschlachtet werden. Der Druck in den Ställen ist damit enorm. Derzeit befinden sich rund 21.000 dieser überschweren Tiere in den Ställen der ASP-Sperrzone, wöchentlich kommen fast 6.000 überschwere Schweine hinzu.

Noch keine Hinweise auf die Eintragsursache

Unterdessen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) dem ML ein Teilergebnis der so genannten Genom-Sequenzierung des ASP-Virus übermittelt. Es belegt, dass die in Brandenburg und Niedersachsen gefundenen Viren sehr eng miteinander verwandt sind, sie können beide der Virusvariante III zugeordnet werden. Diese Variante kommt in Brandenburg vor. Neben den Gemeinsamkeiten haben die entsprechenden Viren jedoch auch je eine charakteristische Mutation, die sie unterscheiden. Das FLI nimmt nun weitere Untersuchungen vor, um diesen Unterschied zu klären. Denn: Einen Hinweis auf eine mögliche Eintragsursache liefern die bisherigen Ergebnisse nicht.

Vertrieb des Fleisches weiter schwierig

Das ML will weiter mit den Wirtschaftsbeteiligten sprechen, um eine Vermarktung des Fleisches zu ermöglichen. Dies gestaltet sich schwierig, weil das Fleisch einer risikomindernden Behandlung wie beispielsweise Erhitzen unterzogen werden muss. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betonte: „Ich erwarte insbesondere von den fleischverarbeitenden Unternehmen und dem Lebensmitteleinzelhandel, mögliche Vertriebswege weiter intensiv und mit Nachdruck zu suchen. Das ML wies zudem darauf hin, dass die Schweine aus Beständen in der Sperrzone stammen, die vor der Schlachtung mit negativem Ergebnis auf ASP untersucht wurden.

Mit Material von ML

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